Steinmeier stellt Buch von Ralf Fücks vor

Als der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier die Anfrage erhielt, das neue Buch des Grünen-Politikers Ralf Fücks vorzustellen, fragte er sich, ob es richtig sei, zuzusagen, ohne eine Zeile zu kennen. Er tat es gleichwohl, denn: „Ich kenne Ralf Fücks als einen scharfsinnigen, gelegentlich auch scharfzüngigen Denker, einen politischen Querkopf, einen Debattentreiber, der, wenn es sein muss, weder Freund noch Feind schont.“

Steinmeier las das Manuskript und war fasziniert. An diesem Mittwoch hat er das Buch gemeinsam mit Fücks in der Bundespressekonferenz vorgestellt. „Intelligent wachsen“ lautet der Titel. Fücks, seit 1996 Chef der Heinrich-Böll-Stiftung, ist bekannt für treffsichere Gedanken, „wenn der ein Buch schreibt, dann wird das nicht harmlos“, konstatierte Steinmier entsprechend.

In der Tat ist das Werk von Fücks bemerkenswert. Denn hier geht es auch um sozialdemokratische Identität, um 150 Jahre Industriegesellschaft, vor allem aber um Aufbruch und Reform. Fücks macht im Grunde klar, dass Sozialdemokraten und Grüne einen Neuanfang besser gestalten können als alle anderen Koalitionen. Denn es würde menschlicher, sozialer, gerechter und nachhaltiger zugehen. Steinmeier: "Dieses Bewusstsein elektrisiert die SPD mit Blick auf ihre 150 Jahre Geschichte, in denen wir ein paar mehr Brüche, Niederlagen und Enttäuschungen verarbeiten mussten als die Grünen in ihren 30 Jahren.“ Es gehe, so Steinmeier, um Zukunftszuversicht, und Fücks nimmt dabei nichts zurück von der grünen Kritik an der Ausplünderung des Planeten – nur um Anschlussfähigkeit geht es dem Autor nicht. Fücks Kritik an Wachstumsmodellen richtet sich nach vorn, er suche „das Momentum des Fortschritts“, so Steinmeier.

Über Art des Wachstums diskutieren

Entsprechend ist das Credo des Buches auch, „nicht stehenbleiben, sondern vorangehen!“. Der Autor hält ein Plädoyer für Innovationen, für den technologischen Wandel, aber auch für verantwortliche Nachhaltigkeit, für Dynamik, für intelligente Infrastrukur, kurz: für Wachstum. Das ist besonders spannend, wenn es um die umstrittenen Wachstumsgrenzen auf der einen Seite und Wirtschaft pur auf der anderen Seite geht.

Nach Ansicht von Frank-Walter Steinmeier legt Ralf Fücks Buch eines vor allem vor: „einen guten Teil einer Roadmap für ein neues rot-grünes Projekt! Kein blasses Verzichtskonzept, sondern ein Zukunftsentwurf, der das Wachstum bejaht, über seine Qualität aber diskutiert.“

 

Alexander Linden