Jugendwettbewerb zu 50 Jahre deutsch-israelische Beziehungen

Im Rahmen des Frühjahrsempfangs 2015 hat die SPD-Bundestagsfraktion am 6. Mai 2015 die Gewinnerinnen und Gewinner des „Otto-Wels-Preis für Demokratie“ ausgezeichnet. Der Jugendkreativwettbewerb stand in diesem Jahr im Zeichen der 50-jährigen diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel. Die jungen Preisträger/-innen erhielten Geldpreise, die von den SPD-Abgeordneten gestiftet wurden. Laudatorin war die Schauspielerin Iris Berben, die sich seit mehr als 35 Jahren für die deutsch-israelische Freundschaft und gegen das Vergessen des Holocausts engagiert.

Die SPD-Bundestagsfraktion hat zum dritten Mal den „Otto-Wels-Preis für Demokratie“ verliehen. Unter dem diesjährigen Motto „Freundschaft in Verantwortung“ waren Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 20 Jahren aufgerufen, sich mit Einzel- oder Gruppenarbeiten mit den israelisch-deutschen Beziehungen auseinanderzusetzen. Wählen konnten sie dabei zwischen drei Aufgabenstellungen: „Rede“, „Kampagne“ oder „Illustration“.

Aufgrund der vielen guten Einreichungen und der Spende der SPD-Abgeordneten zeichnete die Jury der SPD-Bundestagsfraktion in diesem Jahr nicht nur die besten drei Arbeiten, sondern insgesamt fünf Wettbewerbsbeiträge aus. Die Plätze 1 und 2 wurden jeweils zweimal verliehen, ohne dass die Preisgelder geteilt werden mussten (Preisgeld 1. Platz: 1000 Euro, Preisgeld 2. Platz: 700 Euro, 3. Platz: 400 Euro). Die Platzierungen im Überblick:
 

1. Platz: Aaron Möllers, Kategorie „Rede“

Einen der beiden ersten Plätze belegte Aaron Möller aus Eschweiler, der die Jury mit einer aktuellen Rede eines fiktiven Bundestagsabgeordneten überzeugte. Laudatorin Iris Berben zitierte die Juryentscheidung der SPD-Fraktion: „Aaron erinnert mit einem Blick in die Geschichte daran, dass 50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Israel keineswegs selbstverständlich sind, […] betont die Notwendigkeit des Erinnerns und die historische Verantwortung Deutschlands.“ Aber auch die Gegenwart werde thematisiert (Jugendaustausch, z. B. die Projekte des Willy-Brandt-Centers in Jerusalem), genau wie die Verantwortung, Kritik innerhalb einer Freundschaft zu äußern (friedliche Lösung des Israel-Palästina-Konflikts), und Antisemitismus, Fremdenhass, Rassismus und Faschismus entschieden zu bekämpfen.

Mit Aaron freute sich der für ihn zuständige SPD-Abgeordnete Norbert Spinrath.

 

1. Platz: Vera Schiller, Kategorie „Illustration“

Die Gymnasiastin Vera Schiller aus Hemhofen erhielt für ihre „handwerklich sehr hochwertige Zeichnung“ ebenfalls den 1. Platz beim „Otto-Wels-Preis für Demokratie 2015“. Ihr Bild zeigt zwei junge Frauen. Sie stecken ihre Köpfe zusammen, ihre Gedanken zeigen in grauen Farben die Schrecken des Nationalsozialismus. „Im Vordergrund [aber] verbindet sie der Gedanke an die Freundschaft zwischen Deutschland und Israel, die in leuchtenden Farben dargestellt wird“, zitierte Iris Berben das Juryurteil. In ihrem erläuternden Text erklärt Vera ihre grundlegende Idee: Das Verhältnis von Deutschland und Israel werde immer durch die gemeinsame Vergangenheit geprägt sein, weshalb es besonders für die jüngere Generation wichtig sei, sich an in Erinnerung an die Vergangenheit der daraus resultierenden Verantwortung zu stellen. Die direkte Begegnung zwischen deutschen und israelischen Jugendlichen – wie sie auch im Bild dargestellt wird – könne dazu beitragen, die Beziehungen weiter zu festigen.

Für die SPD-Bundestagsfraktion gratulierte neben SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann auch die Erlanger SPD-Bundestagsabgeordnete Martina Stamm-Fibich.

2. Platz: Jan Schaeffer und Christine Weimann, Kategorie „Kampagne“

Einen der zwei 2. Plätze belegten Jan Schaeffer und Christine Weimann aus dem Hochsauerlandkreis. In Kooperation mit einer jungen Studentin der University of Tel Aviv erstellten sie die filmische Collage „Visit Israel – Let’s go“, mit kleinen Interviews junger Deutscher und Israelis. In ihrer Laudatio sagte Iris Berben: „Die Jury findet: Es ist ein Film, der Zuversicht macht, weil er zeigt, dass die Zukunft der deutsch-israelischen Freundschaft bei der jungen Generation in guten Händen ist.“

Gemeinsam mit „ihrem“ SPD-Abgeordneten Dirk Wiese freuten sich Jan und Christine über die Ehrung.

 

2. Platz: Franca Bauernfeind, Sophia Deininger und Luisa Heine, Kategorie „Kampagne“

Den anderen 2. Platz belegten die drei Zehntklässlerinnen Franca Bauernfeind, Sophia Deininger und Luisa Heine aus Nürnberg, dem Wahlkreis von Gabriela Heinrich und Martin Burkert. In ihrem eingereichten Film dokumentieren die Schülerinnen mit Fotos und Interviews ihren Schulaustausch in Israel. Ergänzt wird ihre Kampagne von einem Plakat, das in Bild- und Textform persönliche Erfahrungen des Austauschs darstellt. Auch dieser Film mache „Lust, Israel selbst kennenzulernen“, so das Urteil der Jury.

 

3. Platz: Jasmin Sondermann und Sophie Steffen, Kategorie „Illustration“
Mit ihrer Installation „Leben aus dem Koffer“ gewannen Jasmin Sondermann und Sophie Steffen aus Mühlheim den 3. Platz des Kreativwettbewerbs. „Ihre Text/Bild-Collage ist gefüllt mit Momentaufnahmen und Zeitzeugenstimmen einer 20-jährigen Partnerschaft zwischen zwei Schulen: dem Berufskolleg Stadtmitte in Mühlheim und dem ORT Braude College of Engineering in Karmiel, Israel“, zitierte Iris Berben das Juryurteil der SPD-Fraktion. Diese deutsch-israelische Freundschaft zeige „eine Geschichte, die Grenzen überwindet und Vertrauen erwachsen lässt“. Sie sei stellvertretend für die zahlreichen persönlichen Freundschaften zwischen Deutschen und Israelis, die in den vergangenen Jahrzehnten gewachsen seien und „das Fundament der Beziehungen unser Länder bilden“. Verpackt ist die Installation in einem alten Reisekoffer, einem „prägnanten Symbol“ der damaligen Zeit.

Für ihre kreative Umsetzung bekamen die Schülerinnen auch Lob von ihrem zuständigen SPD-Abgeordneten Arno Klare.

Beeindruckter SPD-Fraktionschef

„Ich bin beeindruckt von all den hochwertigen Beiträgen“, lobte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann die jungen Preisträger-/innen.

Oppermann sagte beim Festakt am Mittwoch, Anliegen des Otto-Wels-Preises sei es, die Erinnerung an die Schrecken der Nazi-Herrschaft wachzuhalten und das Bewusstsein gerade auch der jungen Generation dafür zu schärfen, dass die Grundlagen unserer Demokratie immer wieder erneuert und verteidigt werden müssen. Mit dem diesjährigen Wettbewerb wollte die SPD-Bundestagsfraktion einen Beitrag dazu leisten, das historische Bewusstsein der jungen Generation zu schärfen, die weder die Zeit des Nationalsozialismus und der Shoa noch die Nachkriegszeit selbst erlebt hat. Damit wolle man das Fundament für eine gute Zukunft der israelisch-deutschen Beziehungen weiter festigen.

Auch Laudatorin Iris Berben begrüßte das Engagement der SPD-Fraktion und der jungen Preisträger/-innen. Die Schauspielerin engagiert sich seit mehr als 35 Jahren für die deutsch-israelische Freundschaft und gegen das Vergessen des Holocaust.

Hintergrund: Der Otto-Wels-Preis für Demokratie

Der Otto-Wels-Preis für Demokratie wurde 2013 ins Leben gerufen – in Erinnerung an die Rede des Fraktionsführers und SPD-Reichstagsabgeordneten Otto Wels, der 1933 für die SPD eine mutige Rede gegen das sogenannte Ermächtigungsgesetz der Nationalsozialisten hielt und das „Nein“ der Fraktion gegen die Aushebelung der jungen deutschen Demokratie verteidigt hat. Seither wird der Preis an Jugendliche und junge Erwachsene vergeben, die sich zu wechselnden Mottos mit der historischen Bedeutung der Rede von Wels und ihrer bleibenden Aktualität für unsere Gesellschaft auseinandersetzen. Anliegen der SPD-Bundestagsfraktion ist es, Demokratie und Toleranz innerhalb der jungen Generation zu fördern.

 

Fotos der Preisverleihung und des Frühjahrsempfangs stehen auf dem flickr-Kanal der SPD-Bundestagsfraktion zum Download zur Verfügung:

 

Jasmin Hihat