Selbsttötungen verhindern

In Deutschland sterben rund 10.000 Menschen jährlich durch Selbsttötung. Die Zahl der Selbsttötungsversuche soll etwa zehnmal so hoch sein. Dennoch ist festzustellen, dass sich die Anzahl der tatsächlich durchgeführten Suizide seit den 1980er-Jahren fast halbiert hat. 

Trotz dieser positiven Entwicklung müssen weitere Anstrengungen unternommen werden, um Selbsttötungen und Selbsttötungsversuche zu vermeiden.

Dazu hat der Bundestag am Freitag den Antrag der Fraktionen von CDU/CSU, SPD und Bündnis90/die Grünen „Suizidprävention weiter stärken – Menschen in Lebenskrisen helfen“ (Drs.18/12782) beschlossen.

Ein Großteil der Suizide kann auf allgemeine psychische Belastungen, psychische Krisen bzw. psychische Erkrankungen zurückgeführt werden. Um Selbsttötungen und den Versuchen vorzubeugen, benötigten Menschen in psychischen Krisen eine niedrigschwellige und schnelle Hilfe, heißt es im Antrag. Dafür sei es notwendig, psychische Belastungen und suizidale Tendenzen zu enttabuisieren.

In dieser Wahlperiode sind in verschiedenen Gesetzesvorhaben bereits wichtige Maßnahmen zur Prävention von Suiziden getroffen worden. Die drei Fraktionen fordern in ihrem Antrag von der Bundesregierung in 18 Punkten weitere Anstrengungen. Dazu gehören:

  • Die Förderung eines öffentlichen Diskurses, in dem offen über psychische Erkrankungen gesprochen wird und Betroffene nicht ausgegrenzt werden.
  • Die Unterstützung von Aufklärungskampagnen, die sowohl Betroffene als auch Angehörige erreichen sollen.
  • Die Förderung von Forschungsvorhaben, die unter anderem die Bedingungen zur Entstehung und zum Andauern psychischer Krankheiten und Selbsttötungsgefährdung in den Blick nehmen.
  • Die Stärkung und Förderung von Hilfsangeboten zur Suizidprävention.
  • Das Maßnahmenpaket soll sowohl Jugendliche, junge Erwachsene als auch ältere Menschen stärker berücksichtigen, weil diese Gruppen stärker gefährdet sind als andere.