Zukunft Europa(s)

Die SPD-Bundestagsfraktion verleiht in diesem Jahr zum vierten Mal den „Otto-Wels-Preis für Demokratie“. Jugendliche und junge Erwachsene sind im Rahmen eines Kreativ-Wettbewerbs aufgerufen, sich mit dem Thema „Zukunft Europa(s)“ auseinanderzusetzen.

Anliegen des Otto-Wels-Preises ist es, die Erinnerung an die Schrecken der Nazi-Herrschaft wachzuhalten und das Bewusstsein gerade auch der jungen Generation dafür zu schärfen, dass die Grundlagen unserer Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie des friedlichen Zusammenlebens der Völker und Kulturen immer wieder erneuert und gefestigt werden müssen.

Kreativwettbewerb für Jugendliche

Mit dem diesjährigen Preis zeichnet die SPD-Bundestagsfraktion junge Menschen aus, die sich in kreativer Weise mit der Frage nach der Zukunft Europas auseinandersetzen. 

Die Europäische Integration war nach zwei Weltkriegen die Antwort auf Nationalismus, Diktatur und Krieg, auf massenhafte Flucht und Vertreibung in Folge des nationalsozialistischen Terrors. Doch die Frage nach der Zukunft Europas ist derzeit offener denn je. Zahlreiche Herausforderungen stellen die europäische Politik und Gesellschaft vor eine ernsthafte Bewährungsprobe. Bei der Suche nach der Antwort auf die Frage wie Europas Zukunft aussehen soll, kommt der jungen Generation eine besondere Bedeutung zu. Sie hat jetzt die Chance, die Zukunft mitzugestalten und die europäische Idee zu neuem Leben zu erwecken. Mit dem Wettbewerb zum Otto-Wels-Preis für Demokratie 2016 möchte die SPD-Bundestagsfraktion deshalb einen Beitrag dazu leisten, bei der jungen Generation Begeisterung für Europa zu wecken.

Der von der SPD-Bundestagsfraktion ausgeschriebene Kreativ-Wettbewerb richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 16 und 20 Jahren. Im Rahmen kreativer Arbeiten soll das Thema „Zukunft Europa(s)“ bearbeitet werden.

Den Gewinnerinnen und Gewinnern winken attraktive Geldpreise, die von den SPD-Bundestagsabgeordneten gestiftet werden, sowie eine Einladung zur Preisverleihung in Berlin. Einsendeschluss ist der 29. März 2016.

Die ausführliche Wettbewerbs-Ausschreibung inkl. Aufgabenstellung und das Teilnahmeformular können unten als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Zukunft Europa(s)

Es ist die Neuschöpfung der europäischen Völkerfamilie (…), in dem wir ihr eine Struktur geben, in welcher sie in Frieden, in Sicherheit und in Freiheit bestehen kann. Wir müssen eine Art Vereinigte Staaten von Europa errichten.“ 
(Winston Churchill, Rede an die Jugend, Zürich, September 1946).

Nach zwei Weltkriegen war die Europäische Integration Mitte des letzten Jahrhunderts die Antwort auf Nationalismus, Diktatur und Krieg, auf massenhafte Flucht und Vertreibung in Folge des nationalsozialistischen Terrors. Die Versöhnung zwischen den Völkern und die Überwindung der nationalstaatlichen Rivalität durch die Idee eines zusammenwachsenden Europas machte unseren Kontinent zu einem Ort des Friedens, der Freiheit und der Demokratie, der internationalen Solidarität und eines wachsenden Wohlstandes.

Gut 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und fast 60 Jahre nach der Unterzeichnung der Römischen Verträge steht Europa vor einer ernsthaften Bewährungsprobe. Zahlreiche Herausforderungen stellen die Politik und die Gesellschaft des Kontinents vor eine Bewährungsprobe. Die Finanz- und Wirtschaftskrise mit teilweise massiven sozialen Verwerfungen ist noch nicht überwunden. Eine solidarische Antwort auf die Flüchtlingsfrage steht aus. Tendenzen einer Renationalisierung in Europa und offener Rassismus gegen Menschen, die in Europa Schutz suchen, sind besorgniserregend. Während die vielfältigen Herausforderungen gemeinsame Antworten verlangen, nimmt die Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union ab. Das Zusammenwachsen Europas ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Frage nach der Zukunft Europas ist offener denn je.

Um die europäische Einheit zu bewahren, darf die Debatte über Europa nicht auf einen bloßen Krisendiskurs beschränkt werden. Vielmehr gilt es, die europäische Idee wieder weiterzudenken und eine neue Faszination zu entfalten. Mit dem „Otto-Wels-Preis für Demokratie 2016“ möchte die SPD-Bundestagsfraktion einen Beitrag dazu leisten, das Bewusstsein Jugendlicher und junger Erwachsener für die Errungenschaften der europäischen Einheit zu schärfen, ihre Identifikation mit Europa zu stärken und zum Nachdenken über die Zukunft der europäischen Einigung anzuregen.

Über die Zukunft Europas entscheidet Europas Jugend. Ihr galt Winston Churchills berühmter Appell aus dem Jahr 1946, der heute so aktuell ist wie vor 70 Jahren: „Let Europe arise!“

 

Hintergrund: Otto Wels

Im Jahr 1933 begründete der damalige SPD-Parteivorsitzende Otto Wels in einer mutigen Rede vor dem Deutschen Reichstag die Ablehnung des so genannten Ermächtigungsgesetzes der Nationalsozialisten durch die sozialdemokratische Reichstagsfraktion. Mit dem Gesetz entmachtete Hitler damals das Parlament und hebelte die Demokratie in Deutschland aus. Die sozialdemokratische Fraktion stimmte als einzige gegen das Gesetz.