SPD-Fraktion beschließt Konzept für mehr Zeitsouveränität

Die Zeit für Beruf, Familie und Partnerschaft selbstbestimmter einteilen, das wünschen sich viele Menschen in Deutschland. Wie man das politisch ermöglichen könnte, hat die SPD-Fraktion in ihrem "Projekt Zukunft #NeueGerechtigkeit" erarbeitet.

Wir alle erleben es: Neue Rollenbilder von Frauen und Männern in Beruf und Familie verändern die Vorstellungen von einem guten Leben. Gleichzeitig machen es die betrieblichen Rahmenbedingungen vielen Paaren schwer, diese Vorstellungen im eigenen Leben auch tatsächlich umzusetzen. Das soll sich ändern. "Wir wollen die Menschen dazu befähigen und dabei unterstützen, indem wir Bedingungen schaffen, die den Menschen mehr Zeitsouveränität und eine partnerschaftliche Aufgabenverteilung von Beruf, Familie und Pflege ermöglichen", sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Rosemann, Leiter der Projektgruppe "#NeueZeiten – Arbeits- und Lebensverhältnisse im Wandel".  Konkrete Vorschläge hat die SPD-Fraktion mehr als ein Jahr lang gemeinsam mit Gewerkschaften, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet und nun in einem Konzeptpapier veröffentlicht: 

>> "Künftige Schritte einer nachhaltigen, partnerschaftlich orientierten und familienfreundlichen (Arbeits-)Zeitpolitik“ [PDF]
 

In ihrem Konzept schlägt die SPD-Bundestagsfraktion Maßnahmen insbesondere auf drei Feldern vor:

  1. Variablere Arbeitszeitmodelle: Ziel ist es, den Erwerbstätigen mehr Mitentscheidung über Umfang und Lage ihrer wöchentlichen Arbeitszeit zu ermöglichen und gleichzeitig die Verantwortung der Tarifpartner für die konkrete Ausgestaltung der Arbeitszeitregelungen zu wahren. Das gibt den Menschen mehr Zeitsouveränität und zusätzliche Möglichkeiten, ihre ganz persönlichen Vorstellungen von Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch tatsächlich zu verwirklichen. Konkrete Vorschläge betreffen erste Schritte wie das Recht auf befristete Teilzeit, die Stärkung der Nutzung von Langzeitkonten und mehr Möglichkeiten zur Nutzung des Homeoffice sowie als weitergehenden Schritt die Einführung von Wahlarbeitszeitmodellen.
     
  2. Bessere Unterstützung für Menschen, die Sorgearbeit für ihre Angehörigen (Kinder, pflegebedürftige Eltern) leisten und diese, wo immer möglich, partnerschaftlich teilen: Dazu gehört eine gewisse finanzielle Unterstützung im Rahmen einer Familienarbeitszeit oder eines Pflegebudgets ebenso wie ein weiterer Ausbau qualitativ hochwertiger Kita- und Ganztagsschulangebote. Denn die  Möglichkeit, selbst für die Nächsten zu sorgen, darf nicht vom Geldbeutel abhängen und ist auch nicht nur Sache eines Geschlechts.
     
  3. Voraussetzungen schaffen für eine bessere Verteilung der Arbeitszeit im Lebensverlauf: Ein Arbeitsleben lang möglichst gesund und fit zu bleiben, ist eine Voraussetzung dafür, die Rushhour des Lebens entzerren zu können. Daher will die SPD-Bundestagsfraktion noch mehr tun, um die Erwerbstätigen dabei zu unterstützen. Hierzu dienen etwa die Stärkung von Rehabilitation und Prävention sowie flexible Übergänge in die Rente. Dazu gehört es aber auch, variablere Arbeitszeit- und Homeoffice-Modelle zu ergänzen um Angebote und Anreize zu einem nachhaltigen Umgang mit der Ressource Arbeitskraft.