Die Ausbildungsgarantie kommt

Mit der „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ von Bundesregierung, Wirtschaft und Gewerkschaften kommt neuer Schwung auf den Ausbildungsmarkt. Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt den Schulterschluss für mehr betriebliche Lehrstellen und die Zusage, förderungsbedürftigen Jugendlichen künftig noch bessere Chancen zu ermöglichen.

Eine neue Allianz für Aus- und Weiterbildung löst den zum Ende des Jahres 2014 auslaufenden Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs ab. Sie sei „ein starkes Bekenntnis zur Berufsbildung“ und leite die notwendigen Schritte zur Umsetzung der von der SPD-Bundestagsfraktion geforderten Ausbildungsgarantie ein, sagen Willi Brase und Rainer Spiering, beide Berichterstatter für Berufliche Bildung der SPD-Bundestagsfraktion. Für die SPD-Fraktion ist es ein großer Erfolg im Sinne der Jugendlichen, dass Wirtschaft, Länder, Bund und die Gewerkschaften als neuer Partner hinter der Allianz stehen und gemeinsam die Lage auf dem Ausbildungsmarkt verbessern wollen. 

Die Partner werden künftig gemeinsam daran arbeiten, sowohl mehr leistungsstarke Jugendliche für die berufliche Bildung zu gewinnen als auch mehr Jugendlichen mit schlechteren Startchancen, jungen Menschen mit migrationsbedingten Problemlagen sowie Menschen mit Behinderung eine betriebliche Berufsausbildung zu ermöglichen.

Zusätzliche Ausbildungsplätze, Einstiegsqualifizierungen und Praktika

Nachdem die Zahl der Ausbildungsplätze in den vergangenen Jahren kontinuierlich sank, haben sich die Wirtschaftsvertreter der Allianz für 2015 verpflichtet, 20.000 zusätzliche Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen. Die SPD-Fraktion schätzt dieses dringend nötige Engagement der Wirtschaft.

Zusätzlich wurde vereinbart, dass die bisherigen Probleme beim Übergang von der Schule in Ausbildung durch ein ganzheitliches Konzept der Berufsorientierung minimiert werden sollen. So wurde beispielsweise vereinbart, jährlich 20.000 Einstiegsqualifizierungen zu schaffen, um Jugendlichen mit Startschwierigkeiten durch praktische und betriebliche Orientierung eine erfolgreiche Brücke in die Ausbildung zu bauen.

In diesem Zusammenhang soll es beginnend mit dem Ausbildungsjahr 2015/2016 so genannte „assistierte Ausbildungen“ geben. Jugendliche, die bislang keine Chance auf eine betriebliche Ausbildung hatten, würden fortan als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft am ersten Arbeitsmarkt teilhaben können, lobte Katja Mast, arbeitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. „Modellversuche, unter anderem in Baden-Württemberg, haben gezeigt: Mit der assistierten Ausbildung werden Risiken minimiert, dass Jugendliche in der Ausbildungszeit das Handtuch werfen“, so Mast. Zudem erhalten „Ausbildungsbetriebe Unterstützung, indem sie bei der Umsetzung des Konzepts beraten werden“.

Das geht Hand in Hand mit den zusätzlichen 500.000 Praktika, die die Wirtschaft jährlich für die Berufsorientierung zur Verfügung stellen wird. Wirtschaft, Gewerkschaften und Länder werden dafür gemeinsame Qualitätsstandards erarbeiten.

Allianz schafft Grundlage für Umsetzung des Koalitionsvertrages

Für SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil und den bildungspolitischen Sprecher der SPD-Fraktion Ernst-Dieter Rossmann ist diese „breiter und substanzieller aufgestellte“ Allianz eine hervorragende Grundlage, um die drei sozialdemokratischen Kernziele für die berufliche Ausbildung im Koalitionsvertrag mit Leben zu erfüllen: Kein ausbildungswilliger und -fähiger junger Mensch bleibe künftig ohne einen individuellen „Pfad“ zu einer vollqualifizierenden Ausbildung (Ausbildungsplatzgarantie). Die Wirtschaft weite erstmals seit Jahren ihr Engagement in der betrieblichen Ausbildung wieder nachprüfbar aus. Und die Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt werden nun von Bund, Ländern und bei den Sozialpartnern in einem übergreifenden Konzept und gemeinsam angegangen.