Merkel stellt sich auf die Seite der Reichen

Steuerhinterziehung (Foto: BilderBox.com)

Stand:
17.08.2012
Arbeitsgruppen:
Finanzen, Haushalt
Abgeordnete/r:
Thomas Oppermann , Joachim Poß
Themen:
Steuern , Schwarz-Gelb
Empfehlen:
E-Mail, Facebook, Twitter

SPD will Steuerabkommen mit der Schweiz zu Fall bringen

Die SPD will das umstrittene Steuerabkommen der Bundesregierung mit der Schweiz stoppen. Die SPD-regierten Länder planen, im Bundesrat mit Nein zu stimmen. Damit wäre das Vorhaben gescheitert. Die Gründe dafür sind offensichtlich: Das Abkommen verhindert Steuerhinterziehung nicht.

„Es ist gut, dass die Länder das Steuerabkommen mit der Schweiz jetzt stoppen wollen“, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann. „Das Abkommen mit der Schweiz verhindert Steuerhinterziehung nicht. Statt dessen wird es noch schwerer, die Steuerkriminellen zu verfolgen“, so Oppermann weiter.

Er betonte: „Vordringlich ist, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, um Steuerhinterziehung im Ausland zu verfolgen. Dazu gehört auch der Ankauf von CDs, solange es keine bessere Handhabe gibt.“

Kanzlerin Angela Merkel stelle sich „auf die Seite derjenigen, die viel haben.“ Ihnen mache sie es leicht, ihr Geld am Fiskus vorbei ins Ausland zu schaffen, sagte Oppermann. „Das ist ungerecht.“

Fraktionsvize Joachim Poß bezeichnete das Werben von Koalitionspolitikern für den Vertrag als „letzte Gefechte“. Poß: „Ihre Vertreter sind sich dabei nicht zu schade, auch zu unlauteren Argumentationen zu greifen.“ So werde „mit völlig überzogenen Erträgen aus dem Steuerabkommen“ geworben. Die Öffentlichkeit solle für dumm verkauft werden. „Aber dieses Spiel wird die SPD nicht mitspielen“, versprach Poß.

Zu viele Schlupflöcher bleiben offen

Das Abkommen soll nach dem Willen der Bundesregierung Anfang 2013 in Kraft treten. Es sieht die nachträgliche Besteuerung von deutschem Schwarzgeld in der Schweiz vor. Die deutschen Bankkunden bleiben dabei den Behörden gegenüber anonym. Für die Ratifizierung sind die Zustimmung des Bundestags und des Bundesrats nötig.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sagte in Mainz, er sehe derzeit sehe keine Mehrheit für eine Zustimmung im Bundesrat. Beck koordiniert die SPD-geführten Länder in dieser Frage. In der Länderkammer hat Schwarz-Gelb keine Mehrheit.

Schleswig-Holsteins SPD-Landeschef Ralf Stegner erklärte „Es ist gut und richtig, dass das mit der Schweiz ausgehandelte Steuerabkommen endgültig 'tot' ist. Denn es lässt zu viele Schlupflöcher offen und viele der Steuerhinterzieher ungeschoren.“

Hintergrund

Schweizer Abkommen verhindert keine Steuerhinterziehung

16.08.2012|Die Regierung betreibt wieder einmal Klientelpolitik. Die Kanzlerin stellt sich auf die Seite derer, die viel haben.zum Artikel

Das Deutsch-Schweizer Steuerabkommen gehört in die Tonne

15.07.2012|"Die Landesregierung von Nordrhein Westfalen erwirbt sich große Verdienste um die Durchsetzung von Steuergerechtigkeit in der Bundesrepublik."zum Artikel

  • Pressemitteilungen

Pressemitteilungen

Verfechter des Steuerabkommens mit der Schweiz führen ihr letztes Gefecht

  • Joachim Poß

16.08.2012|Regierung und Koalition führen ihre letzten Gefechte um das missratene Steuerabkommen mit der Schweiz. Von den stichhaltigen Gegenargumenten wollen Schäuble und Co. nichts wissen. Lieber soll die Öffentlichkeit hier in Deutschland für dumm verkauft werden. Aber dieses Spiel wird die SPD nicht mitspielen. Das ist sie den vielen ehrlichen Steuerzahlern schuldig, erklärt Joachim Poß. zur Pressemitteilung

FDP hält Schweizer Gesetze für wichtiger als deutsche Gesetze gegen Steuerhinterziehung

  • Joachim Poß

13.08.2012|Es ist sehr bemerkenswert, dass für Herrn Wissing offenbar die Einhaltung der Schweizer Gesetze zur Sicherung eines übertriebenen Bankgeheimnisses wichtiger ist als die Einhaltung deutscher Steuergesetze. Nach Wissing müssen die deutschen Finanzbehörden vor allem auf die Einhaltung der Schweizer Gesetze achten, erklärt Joachim Poß. zur Pressemitteilung

Fragen zu diesem Artikel

Bei Fragen und Anregungen zu diesem Artikel können Sie hier mit uns in Kontakt treten.

Kommentar