Menschen und Tiere vor Antibiotika-Resistenz schützen

Ernährung (Foto: picture alliance/dpa)

Stand:
09.01.2012
Arbeitsgruppen:
Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz
Themen:
Ernährung und Landwirtschaft
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SPD fordert Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung zu senken

Die heute veröffentlichte Stichprobe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zu Antibiotika-resistenten Krankheitskeimen in Hähnchenfleisch zeigt erneut, dass dringender Handlungsbedarf zum Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung besteht. Jede zweite Hähnchenfleischprobe der BUND-Untersuchung war mit Antibiotika-resistenten Keimen belastet. Bereits im November waren die Studienergebnisse der Landeskontrollbehörden in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen zum Antibiotika-Einsatz in der Nutztierhaltung - vor allem in Geflügelmastbetrieben - alarmierend. Die SPD-Bundestagsfraktion hatte deshalb bereits im Dezember einen umfassenden Antrag in den Bundestag eingebracht.

In vielen Nutztierbeständen nehmen die ein- bis mehrfachresistenten Erreger gegenüber therapeutisch wichtigen antibiotischen Wirkstoffen und gegenüber Desinfektionsmitteln zu. Jede nicht fach- und sachgerechte Anwendung  antimikrobiell wirksamer Arzneimittel birgt das Risiko zusätzlicher Resistenzentwicklungen und bedeutet erhebliche Risiken für Menschen und Tiere. Denn wichtige Medikamente für den Menschen können damit ihre Wirkung verlieren. Im schlimmsten Fall kann dies zum Tode führen.

Menschen und Tiere vor Antibiotika-resistenten Keimen schützen

Antibiotika sind für die Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten in der Human- und Tiermedizin unverzichtbar. Menschen und Tiere müssen vor Antibiotika-resistenten Keimen geschützt werden. Dies ist ein wichtiger Beitrag für den gesundheitlichen Verbraucherschutz. Die Höhe der eingesetzten Antibiotika ist in erster Linie vom Hygiene- und Gesundheitsstatus in den tierhaltenden Betrieben abhängig.

SPD Antrag schafft Grundlage für eine Antibiotika-Reduktionsstrategie

Die SPD-Bundestagsfraktion hat mit ihrem Antrag im Dezember eine Grundlage für eine wirkungsvolle Strategie zur Antibiotika-Reduktion vorgelegt. Dabei hatten die Sozialdemokraten Erfahrungen aus den Niederlanden und Dänemark aufgegriffen. Beide Länder gehen seit Jahren erfolgreich gegen den Missbrauch von Antibiotika vor.

Die SPD fordert die Bundesregierung auf, konkrete und eindeutige Zielvorgaben zur Reduktion des Antibiotika-Einsatzes in der Nutztierhaltung zu formulieren. Außerdem sollen die Transparenz und die Rückverfolgbarkeit von Antibiotika-Anwendungen verbessert werden. Eine Rechtsverordnung soll Tierhalter verpflichten, die Sterblichkeitsrate in ihrer Tierhaltung mitzuteilen.

Darüber hinaus setzt sich die SPD dafür ein, rechtliche Grundlagen für ein betriebsbezogenes bundeseinheitliches Monitorien- und Reduktionsprogramm zu schaffen. Zudem soll ein zweistufiges Sanierungsprogramm für tierhaltende Betriebe ausgearbeitet werden. Dieses soll bei landwirtschaftlichen Betrieben mit auffällig hohem Antibiotika-Verbrauch die Beratungs- und Überwachungsmaßnahmen der Bestandstierärzte verschärfen sowie bei stetig hohem Antibiotika-Einsatz die Anordnung behördlich überwachter Sanierungsmaßnahmen ermöglichen.

Des Weiteren sollen die Leitlinien für den sorgfältigen Umgang mit antibakteriell wirksamen Tierarzneimitteln der Bundestierärztekammer rechtsverbindlich gestaltet werden. Der SPD-Antrag wird in der Sitzungswoche vom 16. Bis 20. Januar 2012 zum ersten Mal im Ausschuss für  Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz debattiert.

Konzept der Bundeslandwirtschaftsministerin längst überfällig

Die EU-Kommission hatte bereits am 17. November 2011 einen Aktionsplan zur Abwehr der Antibiotika-Resistenzen vorgelegt. Die darin enthaltenen zwölf konkreten Maßnahmen sollen innerhalb der kommenden fünf Jahre umgesetzt werden. Nun ist endlich auch die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ilse Aigner (CSU) aufgewacht. Ihr Konzept war längst überfällig.

Pressemitteilungen

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09.01.2012|Bundesministerin Aigner ist endlich aufgewacht und hat ein Konzept zum Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft angekündigt. Die SPD-Bundestagsfraktion hat bereits im vergangenen Jahr ein Konzept dafür vorgelegt - mit konkreten und eindeutigen Zielvorgaben gegen Missbrauch von Antibiotika in der Tierhaltung, erklärt Wilhelm Priesmeier. zur Pressemitteilung

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