Union und SPD fordern „innovative Arbeitsforschung“

Wie wird sich die Arbeitswelt durch die Digitalisierung verändern? Und wie kann man sicherstellen, dass der Mensch dabei im Mittelpunkt steht? Zunächst durch eine zeitgemäßere Arbeitsforschung, fordern die Koalitionsfraktionen in einem gemeinsamen Antrag, der nun beschlossen wurde.

Die Digitalisierung wird die Arbeitswelt nachhaltig verändern. Diesen Prozess wollen die Bundestagsabgeordneten von CDU/CSU und SPD aktiv gestalten. Die Potenziale der Digitalisierung für „eine Humanisierung unserer Arbeitswelt und mehr Beschäftigung“ sollen optimal genutzt und gleichzeitig Risiken für alte Beschäftigungsformen und die bewährte Form der Mitbestimmung minimiert werden, heißt es in ihrem gemeinsamen Antrag, der an diesem Donnerstag im Deutschen Bundestag beschlossen wurde (Drs. 18/7363). „Dafür brauchen wir eine zeitgemäße Arbeitsforschung, die sich nicht allein auf technische Aspekte beschränkt, sondern den Menschen in den Mittelpunkt rückt“, erklärt der zuständige Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion René Röspel.

In diesem Zusammenhang begrüßen die Koalitionsfraktionen in ihrem Antrag die Vorlage des Grünbuchs „Arbeiten 4.0“ und den damit begonnenen Dialogprozess durch Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD). Ebenso bekräftigen die Unions- und die SPD-Abgeordneten ihre Unterstützung für das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im September 2014 vorgelegte Rahmenprogramm „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“, für das der Bund rund 1 Milliarde Euro bis 2020 bereitstellt.

Doch das reicht den Abgeordneten nicht, wie Röspel erklärt: „Darüber hinaus fordern wir die Bundesregierung dazu auf, noch in dieser Legislaturperiode weitere Förderschwerpunkte im Rahmen des Gesamtprogramms umzusetzen, insbesondere zur beschäftigungs- und beteiligungsorientierten Gestaltung des digitalen Strukturwandels“. Es soll gewährleistet sein, dass die Netzwerke, Plattformen und Initiativen von Bund und Ländern (z. B. die Plattformen „Industrie 4.0“ und „Digitale Arbeitswelt“) in die Projekte des Arbeitsforschungsprogramms eingebunden werden.

Auch soll die Bundesregierung prüfen, in wie weit bei verschiedenen Forschungsprogrammen ein engerer Einbezug der Sozialpartner sichergestellt werden kann. Ebenfalls besonderen Wert haben die SPD-Bundestagsabgeordneten darauf gelegt, dass die Bundesregierung im Koalitionsantrag dazu aufgefordert wird, im Rahmen der Projektförderung mindestens einen Schwerpunkt auf Fragen zur „besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf in einer modernen Arbeitswelt“ zu legen.

Das Wichtigste zusammengefasst:

Innovative Arbeitsforschung soll sicherstellen, dass die Digitalisierung der Arbeitswelt den Menschen in den Mittelpunkt rückt und zu mehr Beschäftigung führt. CDU/CSU und SPD fordern eine beschäftigungs- und beteiligungsorientierte Gestaltung des digitalen Strukturwandels.