Sitzung AG Verbraucherpolitik am 28.01.2016

Hygienemängel an Schlachthöfen können ein ernsthaftes Risiko für die Lebensmittelsicherheit und die Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbraucher darstellen. So gelangt immer mehr keimbelastetes Fleisch in die Läden. 

Die AG Verbraucherpolitik hat sich mit der Frage beschäftigt, wie die Politik dafür sorgen kann, Missständen in der Lebensmittelhygiene besser vorzubeugen.

Nach Einschätzung von Karin Thissen, Mitglied des Deutschen Bundestags, gibt es zwei entscheidende Gründe für die zunehmenden Hygienemängel. Auf Grund des Zeit- und Kostendruck laufen die Bänder in Schlachthöfen immer schneller. Dadurch werde den Mitarbeitern ein hygienisch einwandfreies Arbeiten erschwert.

Zugleich stünden auch die amtlichen Tierärzte an den Schlachthöfen verstärkt unter Druck. Sie sind für die Einhaltung der Hygienevorschriften zuständig. Ihr Arbeitgeber aber, die Kommune, hat gleichzeitig ein großes Interesse am wirtschlichen Erfolg des Betriebes.

Die AG Verbraucherpolitik sprach sich für einen besseren, gesetzlichen Whistleblower-Schutz aus. Dadurch könnten Missstände schneller aufgedeckt und abgestellt werden.  Einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch darin, dass die Position der Kontrolleure gestärkt werden müsse, damit sie ihre Aufgabe jederzeit sachgerecht und unabhängig wahrnehmen können.