Elvira Drobinski-Weiß, verbraucherpolitische Sprecherin;
Metin Hakverdi, zuständiger Berichterstatter:

Verbraucher wollen beim Einkauf über die Aspekte informiert werden, die ihnen wichtig sind. Bis Ende dieses Jahres wird der Bundestag hierzu die europäische CSR-Richtlinie umsetzen. Danach müssen große Kapitalgesellschaften mit mehr als 500 Beschäftigten öffentlich darüber berichten, was sie in Sachen soziale Unternehmensverantwortung (Corporate Social Responsibility/CSR) tun. Dabei geht es um Arbeitsschutz, existenzsichernde Löhne, gewerkschaftliche Freiheiten, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung.

„Viele Verbraucher legen Wert auf faire Produkte. Sie wollen, dass Kinder weltweit zur Schule gehen und nicht in Steinbrüchen arbeiten. Sie wollen, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer so entlohnt werden, dass sie und ihre Familien davon leben können. Sie wollen keine Kleider aus einsturzgefährdeten Textilfabriken ohne Brandschutzvorkehrungen. Besonders große Unternehmen können Verbesserungen bewirken. Sie können verlangen und kontrollieren, dass auch bei ihren Zulieferern Menschenrechte, Arbeitsschutz und Umweltschutz beachtet werden. Es gibt heute schon vorbildliche Unternehmen, die sich ihrer globalen Verantwortung stellen und Beachtliches erreichen.

Es ist gut, wenn alle großen Unternehmen konkret berichten müssen, ob sie etwas tun und was sie tun. Dann können interessierte Organisationen die Berichte vergleichen und auswerten. Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten greifbare Anhaltspunkte für ihre Kaufentscheidung. Medien können darüber berichten. Die SPD-Bundestagsfraktion setzt sich für diese Transparenz und unterstützt den Referentenentwurf des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz zur Umsetzung der CSR-Richtlinie, der jetzt veröffentlicht wurde. Wir wollen gute Arbeitsbedingungen weltweit und keinen globalen Wettbewerb zulasten von Menschenrechten.“