Hilde Mattheis, gesundheitspolitische Sprecherin;
Burkhard Blienert, Drogenbeauftragter:

Mit der heutigen Entscheidung des Deutschen Bundestags wird es nun Cannabis auf Rezept geben. Seit Jahren haben eine Vielzahl von Patientinnen und Patienten darauf gewartet, Cannabis verschrieben und die Kosten erstattet zu bekommen. Wir haben dafür gesorgt, dass die Therapiehoheit des behandelnden Arztes in Sachen Cannabis gestärkt und die Versorgungssicherheit der Patientinnen und Patienten mit qualitativ einwandfreiem Medizinalhanf sichergestellt ist.

„Mit dem heutigen Beschluss wird es zukünftig Cannabis auf Rezept für bestimmte Patientenkreise geben. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet. Wir stellen damit erneut die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt unserer Gesundheitspolitik. Den Gesundheitspolitikerinnen und -politikern der SPD-Bundestagsfraktion war es insbesondere wichtig, die ärztliche Therapiehoheit sicherzustellen. Nur ein Arzt kann beurteilen, ob es medizinisch notwendig ist, Cannabis zu verordnen. Alles andere hätte die Leidenszeit vieler Patienten und Patientinnen unnötig verlängert.

Mit der Cannabis-Agentur wird zudem eine Einrichtung geschaffen, die die Versorgung mit einer einwandfreien Arznei gewährleisten wird. Produzenten im In- und Ausland werden nach genauen Vorgaben  entsprechendes Cannabis produzieren.

Da die Wirkung von Cannabis bei verschiedenen Erkrankungen noch nicht hinreichend erforscht ist, sind auch Mittel zur Erforschung der Wirkungsweisen vorgesehen. Mit den zusätzlichen Forschungsprojekten kann die notwendige Evidenz mittelfristig erzielt werden.

Wir appellieren an die Versorgungspartner ein Sonderkennzeichen für die Abgabe von Cannabis in der Apotheke zu vereinbaren. So kann zukünftig die Versorgung der Patientinnen und Patienten nachvollzogen werden.“