Gabriela Heinrich, stellvertretende entwicklungspolitische Sprecherin:

Viele Länder des globalen Südens schauen erwartungsvoll auf die UN-Klimakonferenz vom 6.-17. November in Bonn. Deutschland als eines der wirtschaftsstärksten Länder der Welt muss eine Vorreiterrolle bei der Frage einnehmen, wie man Treibhausgasemissionen überprüfbar reduziert.

„Deutschland ist gefordert, überprüfbare Indikatoren vorzulegen, um den Klimawandel wirkungsvoll zu begrenzen, und darf hier nicht auf der Bremse stehen. Angela Merkel wird am 15. November in Bonn erwartet. Die Kanzlerin sollte für die kritischen Gäste aus aller Welt ambitionierte Vorschläge im Gepäck haben. Wir müssen beweisen, dass wirtschaftliche Entwicklung nicht einhergehen muss mit einem übermäßigen Verbrauch an globalen Naturgütern. Die Hauptlast des Klimawandels tragen die Länder des globalen Südens. Gerade in Entwicklungsländern wird der ansteigende Meeresspiegel, die sich ausbreitendenden unfruchtbaren Böden, vermehrte Dürren, ausbleibende Regenzeiten und der Kampf um Wasser die ansässige Bevölkerung in Bewegung setzen. Die UN spricht von bis zu 200 Millionen Klimaflüchtlingen bis 2050. Wir begrüßen ausdrücklich, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung angekündigt hat, den Entwicklungsländern weitere 1,4 Milliarden Euro im Zusammenhang mit dem Klimawandel zur Verfügung zu stellen. Allerdings muss auch klar sein: Deutschland kann sich aus der weltweiten Bewältigung des Klimawandels nicht herauskaufen, sondern auch wir müssen wirkungsvoll handeln.“