Marco Bülow, zuständige Berichterstatter:

Die französische Wohnungsbauministerin Emmanuelle Cosse hat angekündigt, dass das pannengeplagte Atomkraftwerk in Fessenheim noch in diesem Jahr endgültig abgeschaltet werden soll. Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt dies und fordert weitere Schritte.

„Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt die Abschaltung von Fessenheim noch in diesem Jahr. Der direkt an der deutschen Grenze stehende Uraltreaktor weist eine beängstigende Liste an Störfällen auf. Zuletzt wurde ein gravierender Zwischenfall bekannt, der bereits vor drei Jahren stattfand und bei dem der Reaktor zeitweise nicht steuerfähig war. Dieser in Europa einzigartige Vorfall wurde aber der Öffentlichkeit bewusst verschwiegen. Von daher kann Südwestdeutschland erleichtert aufatmen, wenn das AKW endgültig schließt.

Es zeigt sich, dass das Drängen von deutscher Seite, unter anderem von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer, das AKW endgültig stillzulegen, wichtig war. Frankreich sollte jetzt einen konkreten Ausstiegsplan für seine weiteren alten Reaktoren vorlegen. Auch das AKW Cattenom muss so schnell wie möglich vom Netz genommen werden.

Frankreich muss erst noch zu der Überzeugung gelangen, dass man die alten, gefährlichen Atomkraftwerke getrost abschalten kann, wenn man rechtzeitig in zukunftsträchtige, saubere und sichere Alternativen investiert. Deutschland sollte dem Land dabei helfen, dieses Vertrauen in die Erneuerbaren Energien aufzubauen beziehungsweise zu vertiefen.“