Kirsten Lühmann, Sprecherin für Verkehr und digitale Infrastruktur:

Bei der Deutsche Bahn AG (DB AG) wird der Konzernumsatz in diesem Jahr von 39,7 Milliarden Euro des Vorjahreswertes zwar über die Marke von 40 Milliarden Euro steigen. Trotzdem wird das operative Ergebnis nach den vorläufigen Schätzungen niedriger sein als erwartet. Die DB AG steuert mit einer Produkt- und Qualitätsoffensive entgegen. Dies bestätigte Vorstandsmitglied Berthold Huber in der heutigen Anhörung im Verkehrsausschuss.

„Die DB AG versucht seit Jahren mit vielen kleinteiligen Ad-hoc-Maßnahmen ihr Serviceangebot zu verbessern – mit mäßigen Erfolg. Nun startet sie mit einem geplanten Konzernumbau eine Großoffensive. Die Kosten durch den geplanten Konzernumbau werden zwar zunächst die Bilanz belasten. Der Umbau ist aber notwendig und die Voraussetzung dafür, dass mit einer deutlich verbesserten Produkt- und Qualitätsoffensive, Kunden im Personen- und Güterverkehr zurückgeholt und Neukunden hinzugewonnen werden. Dadurch wird dann auch die Bilanz der Mobilitätssparte wieder in die Gewinnzone gebracht.

Wichtig dabei ist zum einen die Zusage, dass schon im nächsten Jahr durch neue konkrete Maßnahmen sowohl der Kundenservice als auch die Pünktlichkeit deutlich verbessert werden. Dabei wird es im Fernverkehr auch bei der neuen Konzeption dabei bleiben: Fernverkehr wird eigenwirtschaftlich erbracht und darf nicht auf Zuschüsse aus Steuermitteln hoffen. Erfreut haben wir außerdem zur Kenntnis genommen, dass die DB AG auch weiterhin auf Nachtzüge setzen wird. Wie die komfortablen Liege- und Schlafwagen durch ein neues Konzept ersetzt werden, muss die Bahn noch weiter ausführen.

Fazit: Es gibt viel zu tun für die DB AG. Sie hat beim Personenverkehr gegenüber den anderen Verkehrsträgern den großen Vorteil, dass sie mit ihrem offenen System – also dem jederzeit möglichen Ein- und Ausstieg auch ohne Vorbuchung – grundsätzlich eine hohe Attraktivität besitzt. Es gilt diesen Vorteil durch mehr Qualität und Innovation auszuspielen. Hier ist es aber auch die Unterstützung von Seiten der Politik notwendig, um die Wettbewerbsnachteile des Schienenverkehrs im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern konsequent abzubauen.“