Daniela De Ridder, zuständige Berichterstatterin:

Die heutige Veröffentlichung des Wissenschaftsrats zur Personalentwicklung an Fachhochschulen bestätigt die Forderung der SPD-Bundestagsfraktion, dass ein Programm zur Stärkung des professoralen Nachwuchses an Fachhochschulen und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften noch in dieser Legislaturperiode angeschoben werden muss.

„Der professorale Betreuungsschlüssel an Fachhochschulen (FH) hat sich von 2005 mit 39 Studierenden pro Professur auf 49 in 2015 verschlechtert. Damit ist ihre Lehr- und Forschungsqualität gefährdet und sie laufen Gefahr, ihrer eigenständigen Rolle im Bildungs- und Wissenschaftssystem nicht mehr gerecht werden zu können.

Wie der Wissenschaftsrat bekräftigt, muss ein FH-Nachwuchsprogramm auf die Kooperation mit der Wirtschaft setzen. Karrierewege zur Fachhochschulprofessur müssen leichter zugänglich werden, dürfen dabei aber nicht an Qualität und Praxisbezug einbüßen. Daher muss die ‚Perspektivprofessur‘ in Form eines kooperativen Modells zwischen externen Arbeitgebern und Hochschulen ausgestaltet sein – Frauen müssen dabei insbesondere in den MINT-Bereichen unterstützt werden.

Gleichzeitig muss aber auch die Internationalisierung der Fachhochschulen und Hochschulen für Angewandte Wissenschaft gestärkt werden. Grundsätzlich ist die Personalentwicklung und Gewinnung an Fachhochschulen und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften auszubauen, auch um die Durchlässigkeit aus Unternehmen in die Wissenschaft zu stärken. Angesichts des Bedarfs in unserem Hochschulsystem und der vielen ungenutzten Potenziale setzen wir auf eine rasche Umsetzung eines Förderprogramms zur Etablierung von ‚Perspektivprofessuren‘.“