Hilde Mattheis, Sprecherin der Arbeitsgruppe Gesundheit;
Sönke Rix, Sprecher der Arbeitsgruppe, Familie, Senioren, Frauen und Jugend;
Bettina Müller, zuständige Berichterstatterin im Gesundheitsausschuss;
Petra Crone, zuständige Berichterstatterin im Ausschuss für Familien, Senioren, Frauen und Jugend:

Das Bundekabinett hat heute die seit vielen Jahren diskutierte Reform der Ausbildung in den Pflegeberufen auf den Weg gebracht. Die SPD-Bundestagfraktion begrüßt die zukunftsweisende Zusammenlegung der Ausbildung in der Kranken- und Altenpflege.

„Der Kabinettsbeschluss zum Pflegeberufegesetz ist ein Meilenstein für die längst überfällige Neuordnung der Ausbildung in den Pflegeberufen. Die demografische Entwicklung lässt den Anteil hochbetagter Patientinnen und Patientinnen in den Krankenhäusern und den Anteil multimorbider Pflegebedürftiger in der stationären und ambulanten Altenpflege immer weiter ansteigen. In beiden Bereichen kann die hohe Qualität der Pflege daher nur mit Fachkräften gesichert werden, die über Kenntnisse in der medizinischen Behandlungspflege und der Altenpflege gleichermaßen verfügen.

Mit der Zusammenlegung der bislang getrennten Ausbildung in der Kranken- und Altenpflege erfolgt nach vielen Jahren der berufsfachlichen und politischen Diskussion die gesetzliche Umsetzung des Pflegeberufs der Zukunft. Die Ausbildung wird zudem endlich grundsätzlich kostenlos sein.

Die geplante Umstellung auf die neue generalistische Pflegeausbildung erfolgt mit Sorgfalt und Bedacht sowie mit ausreichend langen Übergangsfristen. Mit der künftig auch weiterhin vorgesehen Spezialisierung auf Kranken-, Alten- oder Kinderkrankenpflege innerhalb der gemeinsamen Ausbildung wird trotz breiterer Ausbildungsinhalte auch das notwendige Spezialwissen vermittelt. Befürchtungen, die Spezialisierung würde abgeschafft oder die Qualität verschlechtere sich, sind unbegründet. Mit der Einführung einer grundständigen akademischen Ausbildung, gleichberechtigt neben der fachschulischen, erweitert die Koalition zudem das Ausbildungsangebot quantitativ und qualitativ. Das neue, erweiterte Tätigkeitsfeld und die gesetzliche Verankerung der Durchlässigkeit von der Helferausbildung bis hin zum akademischen Abschluss steigert die Attraktivität der Berufe deutlich und holt vor allem die Altenpflege aus der beruflichen Sackgasse.“