Sönke Rix, Sprecher der Arbeitsgruppe Familie, Senioren Frauen und Jugend;
Petra Crone, zuständige Berichterstatterin:

Im Deutschen Bundestag wurde am 4. Juli 2014 in erster Lesung ein Gesetzentwurf der Bundesregierung zu Leistungsausweitungen in der Pflegeversicherung debattiert. Als nächste wichtige weitere Schritte müssen Entlastungen für die vielen berufstätigen pflegenden Angehörigen folgen. Für sie müssen die Möglichkeiten nach dem Pflegezeitgesetz und dem Familienpflegezeitgesetz weiterentwickelt werden.

„Die vielen Angehörigen, die berufstätig sind und gleichzeitig pflegen, verdienen bessere Bedingungen. Sie leisten einen enormen gesellschaftlichen Beitrag. Tagtäglich stehen sie vor der Herausforderung, Familie, Pflege und Beruf in Einklang zu bringen. Diese Menschen brauchen vor allem mehr Zeit. Sie benötigen Zeit, um sehr kurzfristig Pflege zu organisieren, um über einige Monate Pflege zu leisten oder um über mehrere Jahre Pflege zu erbringen.

Und Zeit heißt hier vor allem zeitliche Flexibilität. Es geht um die Frage, wie die individuellen Herausforderungen und Aufgaben gemeistert werden können. Familien sollen in der Lage sein, selbst zu entscheiden, wie Pflege und Beruf in Einklang gebracht werden kann. Hier brauchen wir neue Impulse und neue zeitrechtliche Regelungen.

Wir wollen, dass die Möglichkeiten nach dem Pflegezeitgesetz und dem Familienpflegezeitgesetz unter einem Dach mit Rechtsanspruch zusammengeführt und weiterentwickelt werden. Die heute bereits mögliche zehntägige Auszeit für Angehörige soll mit einer Lohnersatzleistung analog dem Kinderkrankengeld verknüpft werden. Damit würden wir zum ersten Mal im Bereich der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf für eine Lohnersatzleistung sorgen.“