Hilde Mattheis, gesundheitspolitische Sprecherin;
Marina Kermer, zuständige Berichterstatterin:

Die Berichte über die hygienischen Zustände in einigen Krankenhäusern sind alarmierend. Immer wieder wird darüber berichtet, dass es in Folge von Krankenhausinfektionen zu Amputationen und sogar zu Todesfällen kommt.

„Bislang müssen nur sogenannte Risikogruppen vor der Aufnahme in ein Krankenhaus auf den MRSA-Keim getestet werden. Aber wer nicht diesen Risikogruppen angehört, kann trotzdem Träger des Keims sein. Daher fordert die SPD-Bundestagsfraktion die Ausweitung des Screenings.

Davon würden auch die Krankenhäuser profitieren: Derzeit können Kliniken nicht belegen, ob die Patienten sich vor oder nach der Aufnahme angesteckt haben. Weitet man das Screening aus, könnten die Krankenhäuser dies klarer dokumentieren.

Das Pflegepersonal ist häufig überlastet. Einige Klinikbetreiber haben gezielt Personal reduziert, um Kosten einzusparen. Die Quittung zahlen die Patientinnen und Patienten.

Durch das unlängst verabschiedete Krankenhausstrukturgesetz wurden zwar schon wichtige Instrumente beschlossen, um dem Pflegenotstand zu begegnen. Das reicht jedoch noch nicht aus. Das Thema Hygiene muss stärker in den Vordergrund rücken. Das würde allen Patientinnen und Patienten zugutekommen.“