Stefan Rebmann, zuständiger Berichterstatter:

Der 1. Dezember ist Weltaidstag. Die Zahlen des aktuellen AIDS-Berichts machen Mut. Ein differenzierter Blick auf die regionale Verbreitung aber zeigt: Das Ziel, die Seuche bis 2030 weltweit ausgerottet zu haben, wird sich nicht von alleine erfüllen.

„Die Fortschritte im weltweiten Kampf gegen HIV/AIDS sind immens. Seit 2000 sanken die Neuinfektionen um 35 Prozent, die Sterberate ist gar um 42 Prozent zurückgegangen. Ebenso erfreulich ist die gestiegene Anzahl derer, die eine antivirale Therapie gegen AIDS erhalten.

Die Zahlen sind ohne Zweifel sehr erfreulich, dennoch muss weltweit noch mehr getan werden, um das SDG-Ziel, bis 2030 HIV/AIDS ausgemerzt zu haben, zu erreichen. Es leben heute noch 36,9 Millionen Menschen mit dem bösartigen Virus. Besonders besorgniserregend ist, dass ausgerechnet in Osteuropa die Zahl der HIV-Neuinfektionen auf ein Rekordniveau gestiegen ist.

Ein weiteres SDG-Ziel, bis zum Jahr 2020 allen Infizierten den Zugang zu einer Therapie bereitzustellen, ist ein erster wichtiger Meilenstein. Bislang ist die Versorgung in den einzelnen Teilen der Welt noch sehr unterschiedlich. Während die Chancen für Infizierte in Europa, Nord- und Lateinamerika sowie der Karibik überdurchschnittlich gut sind, erhalten laut UNO nur ca. 14 Prozent der Betroffenen in Nordafrika und dem Mittleren Osten eine Therapie. Ähnlich gering sind die Aussichten auf Behandlung in Osteuropa und den ehemaligen Sowjetrepubliken.

Wir brauchen mehr Aufklärung, um weitere Neuinfektionen zu verhindern. Wir müssen weiter gegen die schlimme Stigmatisierung und Ausgrenzung erkrankter Menschen vorgehen und einen schnelleren und frühzeitigeren Zugang zu Medikamenten – und zwar unabhängig vom Geldbeutel - ermöglichen. Deshalb sind die Mittel für den so wichtigen Globalen Fonds für AIDS, Tuberkulose und Malaria (GFATM) bei Weitem noch nicht ausreichend.“