Gabriele Hiller-Ohm, tourismuspolitische Sprecherin:

Die weltweit größte Leitmesse für die Reisebranche, die Internationale Tourismusbörse (ITB), ist eröffnet. In den kommenden Tagen erwarten die über 10.000 Aussteller aus 187 Staaten etwa 180.000 Besucherinnen und Besucher. Die Messe steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung.

„Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2017 zum Jahr des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung erklärt. Dadurch wird die besondere Bedeutung des Tourismus für die globale Entwicklung hervorgehoben. Eine Studie des Bundesverbandes der deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) belegt, dass vier deutsche Touristen einen Arbeitsplatz in Afrika sichern. Mehr Tourismus bedeutet demnach mehr Arbeitsplätze vor Ort und hilft dabei Fluchtursachen zu bekämpfen.

Der Tourismus in Afrika stellt in den kommenden Tagen einen Schwerpunkt der ITB dar. Diesjähriges Partnerland der Messe ist Botswana, das sich selbst als „Afrikas best gehütetes Geheimnis“ bezeichnet. Ergänzend dazu hat auch die Bundesregierung erklärt, die Afrikapolitik in den Vordergrund ihrer diesjährigen G20-Präsidentschaft zu stellen.

Der Tourismus ist aber nicht nur in Afrika wichtig für die Wirtschaft. Etwa zehn Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts wird im Tourismus gewonnen. In den nächsten Jahren wird sich dieser Anteil voraussichtlich noch steigern. 1,235 Milliarden Touristen weltweit bedeuten einen Reiserekord im Jahr 2016. Davon profitiert auch Deutschland. Mit 447 Millionen Übernachtungen wurde 2016 das siebte Rekordjahr in Folge erreicht. Dazu trug vor allem auch der Inlandstourismus bei, der im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent zulegte. Vom Jahr 2017 verspricht sich die Wirtschaft eine erneute Zunahme des Incoming-Tourismus. Die Deutsche Zentral für Tourismus (DZT) wirbt im Lutherjahr weltweit gezielt mit dem 500. Jahrestag der Reformation.

Trotz aller Rekordmeldungen steht auch die Tourismuswirtschaft vor den Herausforderungen unserer Zeit. Der weltweite Terror und die zunehmende Fokussierung auf nationale Interessen könnten der durchweg positiven Entwicklung einen Dämpfer verpassen. Daher begrüßt die SPD-Bundestagsfraktion sehr, dass Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries in ihrer Eröffnungsrede hervorgehoben hat, dass Mauern niemandem helfen. Der Tourismus kann tragfähige Brücken bauen und ist ein Grundpfeiler der Völkerverständigung.“