Simone Raatz, zuständige Berichterstatterin:

 

Vor einem Jahr ist die Novelle des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes in Kraft getreten. Die SPD-Bundestagsfraktion war damit auch bei den Beschäftigungsbedingungen in der Forschung Schrittgeber der Koalition. Wie überfällig die Reform des Befristungsrechts an Hochschulen war, zeigt der heute veröffentlichte Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs.

 

„Gute Arbeitsbedingungen sind die Grundlage für exzellente Forschung und Lehre. Prekäre Beschäftigung, Kettenverträge und unsichere Berufsperspektiven haben daher an Hochschulen nichts verloren. Unsere klügsten Köpfe wandern sonst ins Ausland ab oder kehren dem wissenschaftlichen Betrieb ganz den Rücken.

Der Bundesbericht macht deutlich, dass die Forscherinnen und Forscher ihre Arbeitsinhalte schätzen und hoch motiviert sind. Gleichzeitig verzichten viele aufgrund unsicherer Bedingungen auf eine Familienplanung. Die hohe Zahl an befristeten Verträgen verbunden mit geringen Vertragslaufzeiten ist daher nach wie vor eine Herausforderung. Zwischen 2000 und 2014 ist etwa der Anteil der befristeten Haushalsstellen für wissenschaftliche Mitarbeiter von 63 auf 75 Prozent gestiegen.

Die SPD-Bundestagsfraktion war in der aktuellen Legislaturperiode treibende Kraft bei wichtigen Maßnahmen, die hier ansetzen: Mit der Novelle des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes haben wir klargestellt, dass sich die Vertragsdauer an der Qualifikation orientieren muss. Mit dem von uns angeregten Pakt für den wissenschaftlichen Nachwuchs werden außerdem in den nächsten zehn Jahren 1000 neue Professuren mit Tenure-Track geschaffen, um die Karriereperspektiven unserer Nachwuchskräfte zu verbessern. Damit haben wir einen großen Schritt in Richtung gute Beschäftigung in der Wissenschaft gemacht. Der neue Bericht zeigt, dass nun für die Schaffung verlässlicher Karrierewege in Zukunft eine langfristige Planbarkeit der Hochschulfinanzierung immer bedeutsamer wird.“