Frank Schwabe, zuständiger Berichterstatter:

Die neuesten Erkenntnisse der Klimawissenschaft sind alarmierend. Nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre im vergangenen Jahr einen neuen Rekordwert erreicht. Das Umweltprogramm UNEP warnt, dass die Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommen gefährdet sei. Die von den Vertragsstaaten bislang versprochenen Klimaschutzbeiträge würden nur ein Drittel der bis 2030 erforderlichen Verringerungen der Treibhausgas-Emissionen bringen. Umso drängender ist es jetzt zu handeln.

„Der Appell von UN-Klimachefin Patricia Espinosa ist richtig. Sie hat die Staaten zu mehr Engagement für den Klimaschutz aufgerufen. Sie hat ausdrücklich auch die EU angesprochen und von den EU-Staaten höhere Klimaziele verlangt. Die Europäische Union hat ihr Ziel, die Minderung der Treibhausgasemissionen von mindestens 40 Prozent innerhalb der EU bis 2030 gegenüber dem Niveau von 1990, bewusst als Mindestziel formuliert. Nun muss geprüft werden, wie dieses Ziel erhöht werden kann. Deutschland muss ebenfalls die Bremse für mehr Klimaschutz lockern. Der notwendige neue Schwung ist aber bei der Schwarzen Ampel nicht erkennbar. Im Gegenteil. In den Sondierungsgesprächen müsste eine Fortschrittskoalition gebildet werden, doch CDU, CSU, FDP und Grüne stecken schon in den ersten Verhandlungswochen fest. Dabei brauchen wir nun einen Fahrplan für die Dekarbonisierung – ein Fahrplan weg von Kohle und Öl.“