Willi Brase, Berichterstatter:

Das Erfolgsmodell der beruflichen Bildung in Deutschland ist für viele junge Menschen der Weg in die Arbeitswelt und ermöglicht die Verwirklichung individueller Lebensziele. Unser Land braucht diese Fachkräfte von morgen. Ein gleichwertiges Miteinander von allgemeiner und beruflicher Bildung gibt den jungen Menschen die notwendige Flexibilität beim Eintritt in das Berufsleben. Wir wollen den Ausbildungspakt zur Allianz für Aus- und Weiterbildung gemeinsam mit den Sozialpartnern weiterentwickeln und eine tarifliche Ausbildungsgarantie gemeinsam umsetzen.

„Die duale Berufsausbildung in Deutschland ist weiterhin ein Erfolgsmodell. Vielen jungen Menschen eröffnet sie über die Erlangung der vollen Berufsfähigkeit den Einstieg in die Arbeitswelt und damit die Chancen auf sichere Lebensperspektiven. Vor diesem Hintergrund ist es uns ein besonderes Anliegen bei der Weiterentwicklung des Ausbildungspakts zur Allianz für Aus- und Weiterbildung, die Sozialpartner mit ins Boot zu holen und die im Koalitionsvertrag festgeschriebene  Ausbildungsgarantie zum Beispiel durch Tarifverträge gemeinsam umzusetzen.

Notwendig ist die Bereitstellung einer ausreichend hohen Zahl von betrieblichen Ausbildungsplätzen. Die derzeitige Ausbildungsbetriebsquote ist angesichts des zukünftigen Fachkräftebedarfs bei einem abermaligen Minus von 13.700 Plätzen im Vorjahresvergleich auf 21,7 Prozent gesunken und liegt damit auf dem niedrigsten Niveau seit 1999. Gleichzeitig nahm aber der Gesamtbestand an Unternehmen im fünften Jahr zu. Potenzial besteht besonders bei den Kleinst- und Kleinbetrieben sowie Mittleren Unternehmen. Dabei gilt es auch, wieder ausbildungsfähige Betriebe zu gewinnen, die sich aus der Ausbildung verabschiedet haben.

Betriebe, die sich Jugendlicher mit schlechteren Startchancen annehmen, erhalten Unterstützung durch die ausbildungsbegleitenden Hilfen und die assistierte Ausbildung.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Gleichwertigkeit der allgemeinen und beruflichen Bildung. Wenn wir in Deutschland unsere Wettbewerbsfähigkeit erhalten und dazu eine ausreichende Zahl von Fachkräften ausbilden wollen, ist es grob fahrlässig, zwischen der beruflichen Bildung und der Ausbildung an Hochschulen zu polarisieren. Beide Bildungswege müssen so miteinander verknüpft werden, dass ein Wechsel problemlos möglich ist. Damit steigern wir die Attraktivität des gesamten Bildungssystems. Wie hoch hier der Bedarf ist, sieht man beispielsweise an den Kooperationen des Zentralverbandes des deutschen Handwerks mit Hochschulen, um Studienaussteigern neue Perspektiven zu eröffnen.“