Interview mit Thomas Oppermann in der Hamburger Morgenpost

Im Gespräch mit der Hamburger Morgenpost äußert sich Thomas Oppermann unter anderem über die Konsequenzen aus der Abgasaffäre rund um Diesel-Autos. Der SPD-Fraktionschef fordert, den Strukturwandel zur Elektromobilität offensiv anzugehen. Lesen Sie hier einen Ausschnitt aus dem Interview: 

Hamburger Morgenpost: Wir lernen gerade, wie giftig das Zeug ist, was hinten aus Diesel-Autos rauskommt. Wann hält uns die SPD diese Gesundheitskiller vom Hals – und wie?

Thomas Oppermann: Die Automobilindustrie ist in einer riesigen Glaubwürdigkeitskrise. Es geht um die Glaubwürdigkeit der deutschen Wertarbeit, von Made in Germany.

Na ja, die Technik funktioniert ja, so wie das geplant war.

Zum Auto gehört nicht nur Technik, sondern auch dass die Versprechen eingehalten werden. Die Besitzer müssen das Fehlverhalten der Manager jetzt mit Werteinbußen ihrer KfZ bezahlen.

Aber brauchen wir dann nicht eine Abkehr von Dobrindts Kuschelkurs? Muss man nicht sagen: Diese Autos dürfen nicht mehr fahren?

Das sollte immer das letzte Mittel sein und hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab. In Stuttgart zum Beispiel ist die Lage besonders prekär, deswegen gab es das Urteil vom Freitag. Die Diesel-Fahrzeuge müssen nachgerüstet werden. Die Automobilindustrie hat den Schaden angerichtet, jetzt muss sie ihn auch ausbügeln, der Schaden darf nicht beim einzelnen Autobesitzer hängen bleiben. Ich glaube nicht, dass der Verkehrsminister dieses Problem im Griff hat. Er hat es jahrelang verschlafen, sich stattdessen lieber um ideologische und überflüssige Themen wie die Maut gekümmert, aber nicht um umweltpolitische Themen und den Verbraucherschutz.

Wäre es nicht konsequent, dann wie Frankreich und Großbritannien Verbrennungsmotoren gleich ganz zu verbieten?

Das sind für mich Schaufenster-Beschlüssen, Beschlüsse, mit welchen Motoren wir nach 2040 fahren, sind heute nicht viel wert. Bis dahin wird noch viel mehr als nur Elektromobilität entwickeln. Die deutsche Automobilindustrie ist jedenfalls nicht an der Grenze des Fortschritts. Sie kümmert sich aber zu wenig um die Zukunft der schadstofffreien Mobilität. Das muss sich dringend ändern, sonst werden wir diesen führenden Industriezweig und viele Arbeitsplätze verlieren. Wir müssen den Strukturwandel zur Elektromobilität offensiv angehen.

 

Das gesamte Interview mit Thomas Oppermann können Sie hier nachlesen.