Gefahren durch die Atomenergie nicht beherrschbar

Am 11. März 2011 kam es in Folge des Tsunamis vor Japans Küste zum Supergau im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi. Fünf Jahre danach sind große Teile der Umgebung noch immer verstrahlt. Die Betreiberfirma des AKW TEPCO ist nach wie vor nicht in der Lage, das Austreten von Radioaktivität aus dem havarierten Reaktor zu unterbinden.

Fukushima steht als Mahnmal dafür, dass die großen Gefahren, die von der Atomenergie ausgehen, nicht beherrschbar sind. Trotzdem laufen weltweit noch über 400 Atomreaktoren. Ein wichtiges Ziel der deutschen Energiepolitik muss der weltweite Atomausstieg sein.

Deutschland hat seine Lehren aus Fukushima gezogen: Der Bundestag hat 2011 fraktionsübergreifend den Atomausstieg bis spätestens Ende 2022 beschlossen.

„Doch viele Länder scheinen die Folgen eines nuklearen Unfalls zu verdrängen“, sagen Marco Bülow und Hiltrud Lotze, zuständige Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion. Überall würden die Laufzeiten alter Schrottreaktoren verlängert und AKW-Neubauten geplant, obwohl diese mit gigantischen Kosten verbunden seien und es weltweit immer noch kein einziges Endlager für hochradioaktive Abfälle gebe.

„Direkt an der deutschen Grenze stehen etliche Uraltmeiler, die die Sicherheit Deutschlands massiv bedrohen“, warnte Bülow. In Belgien würden Reaktoren laufen, die über 40 Jahre alt sind oder deren Reaktordruckbehälter tausende Risse aufwiesen. Trotzdem seien die Laufzeiten bis 2025 verlängert worden - das heiße, dass sie länger laufen als das neueste AKW in Deutschland. Das AKW Fessenheim an der deutsch-französischen Grenze sei so marode, dass es im Kontrollraum zu einem Wassereinbruch gekommen sei und elementar wichtige Kontrollanzeigen außer Gefecht gesetzt worden seien. „Im schweizerischen Beznau, nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt, läuft das dienstälteste Atomkraftwerk der Welt. Diese verschlissenen AKW müssen so schnell wie möglich abgeschaltet werden, um Deutschland sicherer zu machen“, forderte Lotze.

Bülow und Lotze fordern zudem, dass versucht wird, Länder, die AKW-Neubauten konkret planen oder in Erwägung ziehen, von Alternativen zu überzeugen. Es sei in Deutschlands Interesse, wenn Länder wie Polen, die Türkei, Bangladesh oder Vietnam, die noch keinerlei Erfahrungen mit Atomkraftwerken haben bzw. noch gar keine funktionierende Atomaufsicht vorweisen können, erst gar nicht in die gefährliche und kostspielige Atomenergie einstiegen, sondern stattdessen in saubere und zukunftsträchtige Erneuerbare Energien investierten.