09.09.09 - 802
Kahlschlag bei Güterbahn-Tochter der DB AG ist der falsche Weg
AG Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
Die Deutsche Bahn AG darf auf die Wirtschaftskrise nicht mit einem Stellenabbau reagieren. Der von der Konzernspitze angekündigte drastische Abbau von 7.000 Arbeitsplätzen bei der Güterbahn DB Schenker Rail würde lediglich kurzfristig eine gewisse Entlastung bringen. Auf lange Sicht verlöre die DB AG aber bisherige Marktanteile.
Spätestens wenn sich die konjunkturelle Lage wieder verbessert, wird es bei einem Personalabbau zu Kapazitätsengpässen kommen. Die Kunden würden dann entweder zu einem ausländischen Konkurrenzunternehmen wechseln oder ihre Waren wieder vermehrt auf der Straße transportieren lassen.
In den vergangenen Jahren ist es gelungen, den Verkehrsträger Schiene zu stärken und mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen: Mit rund 116 Milliarden Tonnenkilometern hat die Bahn 2008 einen neuen Rekord im Güterverkehr aufgestellt. In nur drei Jahren konnte sie ihre Leistung um mehr als 20 Prozent steigern - und damit deutlich stärker als der Straßengüterverkehr.
Diesen Erfolg darf man nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Es war absehbar, dass die Wirtschaftskrise insbesondere einen Rückgang im Gütertransport nach sich ziehen wird. Das Rekordjahrergebnis von 2008 wird erst in einigen Jahren wieder erreicht werden. Umso mehr muss die Krise jetzt als Chance verstanden und es müssen Konzepte erarbeitet werden, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Verkehrsträgern zu sichern, Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen.