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01.09.09 - 786 

Studienplatzbörse: Auch Schavans „Plan B“ legt Fehlstart hin


AG Haushalt
AG Bildung und Forschung

Anlässlich des Fehlstarts der Studienplatzbörse erklären der für den Etat des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zuständige Hauptberichterstatter im Haushaltsausschuss Klaus Hagemann und der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Ernst Dieter Rossmann:

Viele junge Studienbewerber schauen derzeit erneut in die Röhre, wenn sie sich über freie Studienplätze informieren wollen. Zu lesen ist:

"Studienplatzbörse wegen Serverüberlastung derzeit schwer erreichbar. Der Server der Studienplatzbörse ist derzeit wegen der großen Nachfrage überlastet. Bitte versuchen Sie es später noch einmal. Es entstehen Ihnen keine Nachteile, wenn Sie Ihre Bewerbung erst morgen oder zu einen späteren Termin versenden."

Nachdem überraschend das Projekt für ein modernes, onlinegestütztes Bewerbungsmanagement Ende vergangenen Jahres erneut auf 2011/12 verschoben werden musste, misslingt der Bundesministerin Schavan auch der reibungslose Start Ihres "Plan B" für die Jahre bis dahin. Die mit viel öffentlicher Begleitmusik angekündigte Online-Studienplatzbörse sollte als Zwischenlösung eine effizientere Nutzung bisher nicht besetzter Studienplätze erleichtern. Genau diese Zwischenlösung funktioniert offenbar weiterhin nicht. Von einer überraschend großen Nachfrage zu sprechen zeigt nur, dass Ministerin Schavan offenbar die Größenordnung des Zulassungschaos weiterhin nicht erkennt.

Bestenfalls könnte es sich nur um technische Anlaufschwierigkeiten handeln, die sich schnell beseitigen lassen. Allerdings belegt dies erneut, wie schwierig es ist, derart umfangreiche Softwareprojekte effektiv zu steuern und Ergebnisse termintreu zu realisieren. Dies lässt Übles ahnen für die von Schavan nach längerem grundlosen Zögern nun doch ausgeschriebene Softwareentwicklung für das moderne Bewerbungsmanagement. Dies ist ein weitaus größeres und komplexeres Projekt, als die Studienplatzbörse, und ohne diese Software wird das moderne Zulassungsverfahren auch 2011/12 nicht starten können.

Beides zeigt überaus deutlich, wie nachlässig Bundesministerin Schavan die gesamte Zulassungsreform immer noch betreibt. Sie erkennt weder die Tragweite noch die Bedeutung des derzeitigen Zulassungschaos für unser Bildungssystem und vor allem für die Zukunftspläne der jungen studierwilligen Menschen in Deutschland. Damit wird sie ihrer bundespolitischen Verantwortung nicht gerecht.

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