05.08.09 - 716
600.000 Ausbildungsverträge bleiben die Messlatte – „Bewerberlücke“ des DIHK ist eine „Fata Morgana“
AG Bildung und Forschung
Niemand sollte wegen des gegenwärtigen Rückgangs bei den abgeschlossenen Verträgen von rund acht Prozent Entwarnung geben. Nur weil die - von der Wirtschaft bereits früh vorsorglich geäußerten - schlimmsten Befürchtungen von minus zehn Prozent sich bisher nicht ganz bewahrheitet haben, darf niemand zur Tagesordnung übergehen. Es bleibt dabei, dass wir 2009 am Ende mindestens 600.000 abgeschlossene Verträge benötigen, damit die Bewerber keine schlechteren Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben. Dies ist und bleibt die einzig sinnvolle Messlatte zur Sicherung von Zukunftschancen für die jungen Menschen in Deutschland. Sie dürfen nicht zu den späten Verlierern der Krise werden.
Mehr als ärgerlich ist das anhaltende Gerede vor allem des DIHK, dass bereits jetzt zu wenig "ausbildungsfähige" Bewerber zur Verfügung stehen und diese Lücke allein wegen der Demografie weiter wachsen werde. Diese Ignoranz ist ein Schlag ins Gesicht der jungen Menschen, dies sich tagtäglich intensiv und bisher oft leider erfolglos um einen Ausbildungsplatz bemühen. Klar ist: Deutschland weist weiterhin ein strukturelles Angebotsdefizit von 150.000 fehlenden Ausbildungsplätzen auf. Weiterhin landen zu viele junge Menschen in Warteschleifen und weiterhin haben wir die sogenannten "Altbewerber" bisher noch nicht ausreichend versorgt. Die "Bewerberlücke" ist eine "Fata Morgana" des DIHK. Der neue Präsident Driftmann führt diese Selbsttäuschung von seinem Vorgänger Braun leider weiter.