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07.07.09 - 666 

Bologna-Reform: Schavans „Runder Tisch“ bleibt ohne Ergebnis


AG Bildung und Forschung

Anlässlich der heutigen Gespräche von Bundesministerin Schavan mit Studierenden und Hochschulvertretern zu Problemen der Studienreform erklärt der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Ernst Dieter Rossmann:

Erneut konnte Schavan mit einer hastig gestrickten Image-Rettungsaktion nicht Punkten. Der heutige bildungspolitische "Runde Tisch" in ihrem Ministerium mit Studierenden und Hochschulvertretern hatte genau die erwarteten Ergebnisse: nämlich keine. Dies liegt nicht nur daran, dass der Bund in Fragen der Studienreform keine Zuständigkeiten hat. Es liegt vor allem an den persönlichen Überzeugungen der stellvertretenden CDU-vorsitzenden Schavan, die zu keinem Zeitpunkt mit der offenen Protestform des "Bildungsstreiks 2009" oder mit den Hauptanliegen der Teilnehmer etwas anfangen konnte - und dies ja auch öffentlich gesagt hat. Heute wissen wir, das nicht die Foderungen der hunderrttausend und mehr Schülerinnen und Schüler sowie Studierenden "gestrig" waren, sondern die Ministerin selbst. Der "Schavanismus" aktionistisch einberufener "Runder Tische" ersetzt jedenfalls kein aktives verantwortliches Handeln - am wenigsten in der Bildungspolitik.

Nach den "Runden Tischen" zur Gentechnik und auch zur Hochschulzulassung versucht Schavan erneut mit einer einmaligen Gesprächsrunde aus den negativen Schlagzeilen zu kommen. Nachdem Sie die Kritik der Studierenden zunächst brüsk als "gestrig" zurückwies, die Initiatoren sogar in die Nähe linksautonomer Chaoten rückte, verspricht sie nun geläutert sogar Nachbesserungen bei der oft kritisierten Studienreform zu Bachelor/Master-Studiengängen. Die Diskussion mit den "Gestrigen" hat Frau Schavan offenbar doch neue Erkenntnisse gebracht. Allerdings gab es in den vergangenen vier Jahren aus dem Schavan-Ministerium keine einzige Initiative zur besseren Umsetzung der Studienreformen. Dies wäre ihr Job gewesen, selbst wenn der Bund hier nicht Hauptakteur ist. Ebenso kein Wort zum Ausbleiben der einst versprochenen kürzeren Studienzeiten und sinkenden Abbrecherquoten. Insgesamt somit auch Fehlanzeige dieses "Runden Tisches" zu konkreten Ergebnissen.

Die SPD dem entgegen hat das intensive Gespräch mit Schülerinnen und Schüler sowie Studierenen bereits begonnen. Das Studium muss wieder studierbar werden und Spielräume für mehr Eigenverantwortung und mehr Lernautonnomie eröffnen. Nur so erhält das Studium wieder die Chance, auch persönlichkeitsbildend und -ändernd wirken zu können. Das beides vereinbar ist zeigen positive Umsetzungsbeispiele an vielen Hochschulen. Wir müssen den Zugang zu Master-Studiengängen deutlich verbreitern und entsprechend ausbauen. Nicht die BA/MA-Studiengänge sind das eigentliche Problem, sehr wohl aber ihre schlechte Umsetzung in den Ländern.

Der "Runde Tisch" kreiste über diese Fragen und gebar nicht einmal eine Maus. Aber vielleicht denkt die Ministerin ja auch von dem Bildungsstreik, dass dieser ebenfalls ein "Einzelfall" ist, aus dem keine Schlüsse gezogen werden sollten. Für eine Bildungsministerin wäre dies allerdings mehr als inakzeptabel.

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