22.06.09 - 598
PISA-Vergleiche: neben der Berufsbildung auch die Hochschulen sinnvoll einbeziehen
AG Bildung und Forschung
Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt den Vorstoß Deutschlands und sieben weiterer OECD-Mitgliedsstaaten zu einem internationalen Vergleich der beruflichen Ausbildung. Wir sind überzeugt, dass berufliche Bildung in Deutschland insgesamt, aber vor allem auch die betriebliche Ausbildung im Dualen System hier ihre hohe Leistungsfähigkeit gerade in der Breite deutlich zeigen wird. Auch wenn mit ersten Ergebnissen erst für die übernächste Legislatur zu rechnen ist, müssen die Vorbereitungen bereits jetzt energisch vorangebracht werden. Die SPD-Bundestagsfraktion wird diesen Prozess positiv begleiten und unterstützen.
Für die SPD ist es beim Berufsbildungs-PISA sehr wichtig, dass nicht die Leistungsschau im Vordergrund steht oder allein vereinzelte Spitzenleistungen zum Maßstab erhoben werden. Vielmehr muss die breite und fundierte Vermittlung von Kenntnissen, Fähigkeiten und Kompetenzen an alle Teilnehmer der Bildungsgänge besonders stark gewichtet und bewertet werden. Denn nur daran entscheidet sich die tatsächliche Leistungsbreite von Berufsbildungssystemen und vor allem daran sollten sie gemessen werden. Hier sind wir überzeugt, dass etwa das Duale System seine konzeptionellen Vorteile in der Praxis deutlich umsetzen kann und dieses sich auch in den Ergebnissen wiederspiegeln wird.
Weiterhin offen ist darüber hinaus der OECD-Vorschlag, auch im Hochschulbereich einen internationalen Leistungsvergleich durchzuführen. Natürlich sind wertende Vergleiche im Hochschulbereich konzeptionell eine enorme, bisher nicht befriedigend gelöste Herausforderung. Die SPD-Bundestagsfraktion spricht sich hierbei für ein Hochschul-PISA aus, dass eben nicht isolierte Spitzenleistungen einzelner Einrichtungen, sondern die Breite und Qualität der Lehre für alle Studierende an den Hochschulen in den Mittelpunkt stellt. Denn nur dann sind Ländervergleiche sinnvoll und laufen nicht auf ein Schaulaufen der jeweiligen Renommier-Einrichtungen und einen Dauer-Stresstest für die Studierenden hinaus. Es ist das Hochschulsystem, das einem Leistungsvergleich unterzogen werden soll, und nicht die in ihm Studierenden.
Die PISA-Studien der OECD haben in vielen Ländern bereits enorme Reformanstrengungen angestoßen oder verstärkt. Wir sind überzeugt, dass sie dieses sinnvoll auch in der beruflichen Bildung und unter geeigneten Kriterien auch im Hochschulbereich leisten können. Daran werden wir mitarbeiten.