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19.06.09 - 587 

Ausbildung im Krisenjahr: Mehr Ehrgeiz und Engagement nötig


Stellvertretende Fraktionsvorsitzende

Zur heutigen Sitzung der Partner des Ausbildungspaktes und anlässlich der heute anstehenden 2./3. Lesung gesetzlicher Änderungen beim Ausbildungsbonus erklärt die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Christel Humme:

600.000 Ausbildungsplätze sind ein ehrgeiziges, aber kein unrealistisches Ziel. Dieses Ziel muss und kann erreicht werden. Es muss erreicht werden, weil die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen immer noch höher ist als das Angebot, auch wegen der vielen Altbewerberinnen und Altbewerber. Daran ändert die rückläufige Zahl der Schulabgänger gar nichts. Das Ziel kann erreicht werden, wenn sich alle Beteiligten entschlossen der Krise entgegenstemmen und ihren Beitrag leisten. Gefragt sind mehr Ehrgeiz und Engagement aller Beteiligten. Auch die Wirtschaft muss ihre Ausbildungsverpflichtung gerade in der Krise ernst nehmen.

Bundesminister Scholz und die SPD-Bundestagsfraktion haben einen Schutzschirm für sogenannte Insolvenz-Auszubildende angestoßen. Die entsprechenden Änderungen beim Ausbildungsbonus werden heute vom Bundestag beschlossen. Außerdem hat die SPD dafür gesorgt, dass die Bundesagentur für Arbeit die bislang geplanten außerbetrieblichen Ausbildungsplätze bei Bedarf deutlich aufstocken kann.

Es kann aber nicht sein, dass der Bundesarbeitsminister der einzige ist, der entschlossen anpackt. Wer behauptet, es gebe nicht zu wenig Ausbildungsplätze, sondern zu wenige Bewerberinnen und Bewerber, der verhöhnt tausende junge Menschen, die Jahr für Jahr keinen Ausbildungsplatz finden und in sinnlosen Warteschleifen landen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat erst vor wenigen Tagen in einer Studie darauf hingewiesen, dass der tatsächliche Bedarf an Ausbildungsplätzen zu niedrig eingeschätzt wird. Deswegen kann die Demografie keinen Kriseneinbruch beim Ausbildungsangebot abfedern, ohne dass die jungen Menschen am Ende die Verlierer sind. Deswegen hätte sich die SPD-Bundestagsfraktion gerade auch von den anderen beiden Regierungsvertretern im Ausbildungspakt - von Frau Schavan und Herrn zu Guttenberg - mehr Unterstützung für Ausbildungsminister Scholz gewünscht. So ist Olaf Scholz offenbar der einzige, der sich nicht um schöne Statistiken, sondern um die Chancen der Jugendlichen sorgt.

Um aber gestärkt aus der Krise herauszukommen und eine langfristig tragfähige Fachkräftebasis für den nächsten Aufschwung zu sichern, muss auch die Wirtschaft schon aus eigenem Interesse alles dafür tun, einen deutlichen Einbruch beim Ausbildungsangebot zu verhindern. Es wäre fahrlässig, jetzt auf Kurzsicht umzuschalten und die eigenen langfristigen Interessen aus den Augen zu verlieren.

Deswegen wäre es gut gewesen, wenn sich alle Paktpartner klar und eindeutig zu ehrgeizigeren Zielen bekannt hätten. Die SPD-Bundestagsfraktion hält daran fest, dass 600.000 Ausbildungsverträge erreichbar sind und erreicht werden müssen. Richtschnur bleibt die Zusage der Wirtschaft im Ausbildungspakt, allen ausbildungswilligen jungen Menschen einen Ausbildungsplatz anzubieten.

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