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Klimaschutz und Landwirtschaft 

Für eine nachhaltige, klimafreundliche Landwirtschaft

Stand: 30.06.2009

Bild Traktor auf dem Feld Etwa 15 Jahre bleiben uns laut der Wissenschaft noch, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern und die Kosten dafür für die Gesellschaft zu begrenzen. Kein anderer Wirtschaftszweig ist so abhängig von den natürlichen Gegebenheiten wie die Land- und Forstwirtschaft. Sie ist von klimatischen Veränderungen besonders betroffen und nimmt als Nutzerin von Landflächen eine Schlüsselrolle ein.
Die SPD-Bundestagsfraktion will die Landwirtschaft unterstützen, sich auf die Herausforderungen der Zukunft einzustellen und die Grundlagen für eine nachhaltige klimafreundliche Landwirtschaft schaffen.

  

Die Landwirtschaft ist in Bezug auf den Klimawandel zugleich Opfer und Täter

Zwar ist die Land- und Forstwirtschaft eindeutig Mitverursacherin des Klimawandels. Die Trockenlegung von Sümpfen und die landwirtschaftliche Nutzung von Mooren, die Abholzung von Regenwäldern und der Umbruch von Grünland und Brachflächen, der intensive Ackerbau mit engen Fruchtfolgen oder Monokulturen, der hohe Einsatz von synthetischen Düngemitteln und die intensive Tierhaltung tragen nachweislich zum Klimawandel bei. Die Treibhausgasemissionen der Landwirtschaftentsprechen einem Anteil an den Gesamtemissionen von rund 11 Prozent.

Jedoch kann die Land- und Forstwirtschaft auch Teil der Lösung des Klimaproblems sein. Dafür muss die Landwirtschaft künftig an Nachhaltigkeitskriterien ausgerichtet werden. Nachhaltige Erzeugung regenerativer Energien und Werkstoffe bieten eine breite Produktpalette, um fossile Energieträger und nicht erneuerbare Werkstoffe zu ersetzen. Aufforstungsprogramme sowie der Aufbau und der Erhalt organischer Substanzen in landwirtschaftlich genutzten Böden entziehen der Atmosphäre klimaschädliches Kohlendioxid und können so langfristig als Kohlenstoffspeicher genutzt werden.

  

bild Kuh Politik muss Anreize schaffen und Anpassungen fördern

Die Reform der europäischen und der deutschen Agrarpolitik muss aus unserer Sicht fortgesetzt und so weiterentwickelt werden, dass alle Maßnahmen strikt an den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung ausgerichtet werden. Die Politik muss die Betriebe darin unterstützen, den Ausstoß klimaschädlicher Gase zu begrenzen, Bodenfunktion und Wasserhaushalte zu sichern, Agrobiodiversität (biologische Vielfalt von Nutzpflanzen und -tieren) zu erhalten und die ökologische Landbewirtschaftung auszubauen.

Und es kommt darauf an, die Verbraucherinnen und Verbraucher gut zu informieren, damit sie praktische Klimapolitik durch die Auswahl von nachhaltig und klimafreundlich hergestellten Produkten betreiben können. Dabei ist aus unserer Sicht unbedingt notwendig, dass die Landwirtschaft faire Preise für den Mehraufwand einer nachhaltigen Produktion erzielen kann.

  

Union und FDP stehen bei Nachhaltigkeit auf der Bremse

Die Union und auch die FDP bekennen sich zwar verbal zum Klimaschutz, sie sehen die Landwirtschaft aber eher als Opfer und Lösungserbringer, anstatt als Täter. Anstatt auf Nachhaltigkeit setzen sie sehr stark auf Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung, was dem Ziel des Klimaschutzes widerspricht.