Alter(n) hat Zukunft
Fraktionskongress am 24.9.2008
Stand: 02.10.2008
Eine älter werdende Gesellschaft hat Zukunft und bietet viele Chancen. Der Fraktionskongress rund um das Thema Alter hat diese Chancen und Potenziale des Alterns in den Mittelpunkt gestellt.
- Christel Humme MdB
Alter gestaltet Zukunft
Im ersten Kongressteil – „Alter gestaltet Zukunft“ – ging es um das bürgerschaftliche Engagement älterer Menschen. „Dem Alter eine Zukunft geben und dies solidarisch mit der ganzen Dorfgemeinschaft verwirklichen“ – diese Vision stand am Anfang der Erfolgsgeschichte der Seniorengenossenschaft Steinen. Mittlerweile ist aus der Bürgerinitiative ein „bürgerschaftliches Unternehmen“ geworden, das älteren Menschen ein sinnvolles Altern in vertrauter Umgebung ermöglicht.
- Publikum
Die Seniorengenossenschaft ist nur eines von fünf Projekten, das aus den eigenen Erfahrungen zum bürgerschaftlichen Engagement älterer Menschen berichtet hat. Auch die Projekte Senioren-Lotsen aus Lübeck, Jugend ohne Schulden aus Offenbach, der Senior Expert Service aus Bonn, das Freiwillige Jahr für Senioren aus Hannover und die Pflegebegleiter aus Potsdam brachten ihren Erfah-rungsreichtum in den Fraktionskongress ein.
„Ältere Menschen sind keine demographische Katastrophe. Ältere wollen die Chancen des längeren Lebens für sich und für die Gesellschaft nutzen“ so Ute Kumpf, Sprecherin der AG Bürgerschaftliches Engagement der SPD-Fraktion, mit Blick auf dieses vielfältige Engagement in den Kongress ein. In ihrer Eröffnungsrede wies sie darauf hin, „dass wir die Älteren auf dem Weg in eine solidarische Bürgergesellschaft brauchen.“
- Ute Kumpf MdB
Franz Müntefering, Hauptredner des morgendlichen Kongressparts, pointierte: „Demokratie kennt keinen Schaukelstuhl.“ Ältere Menschen seien wie Andere gefordert, sich mit ihren Vorstellungen einzubringen und aktiv mit zu gestalten. „Ein Sozialstaat ist auch immer auf eine soziale Stadt angewiesen.“ Und gerade hier, auf kommunaler Ebene, ist das vielfältige Engagement älterer Menschen unverzichtbar Bestandteil alltäglich gelebter Solidarität.
- Franz Müntefering MdB
Der erste Teil des Kongresses hat gezeigt, welche neue Rolle die jungen Alten in unserer Gesellschaft übernehmen. Sie erwarten angemessene Möglichkeiten zum Mitgestalten und Mitentscheiden. Wir nehmen diesen Auftrag an und werden uns weiterhin entschlossen für die Verbesserung der Rahmenbedingungen des bürgerschaftlichen Engagements älterer Menschen einsetzen.
Alter(n) hat Zukunft
Die Chancen des Alters und des Alterns – beispielsweise für den Arbeitmarkt oder die kommunale Infrastruktur - standen im Mittelpunkt des zweiten Teils. „Gewonnene Jahre sind gewonnene Chancen.“ betonte Caren Marks, seniorenpolitische Sprecherin. Der Vorsitzende der 6. Altenberichtskommission Prof. Dr. Andreas Kruse wies darauf hin, dass Selbstsorge und Mitverantwortung der älteren Generation sowie die Verantwortung von Politik und Gesellschaft für Ältere unverzichtbar seien.
- Caren Marks MdB und
- Prof. Dr. Andreas Kruse
Zu dieser Verantwortung gehört auch, die Potenziale älterer Menschen auf dem Arbeitsmarkt zu nutzen. Franz Thönnes, Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellte fest: „Für ältere Menschen ist der Wandel auf dem Arbeitsmarkt längst eingetreten.“ Dies habe mehrere Gründe: Die Bundesregierung fördert die Teilhabe älterer Menschen am Erwerbsleben z.B. mit der Initiative 50plus und der Initiative „Neue Qualität der Arbeit“. Die Wirtschaft kann angesichts des sich abzeichnenden Fachkräftemangels nicht mehr auf ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verzichten. Anne Jenter, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft betonte, dass für ältere Arbeitnehmerz.B. alters- und alternsgerechte Arbeitsplätze, gesunde Arbeitsbedingungen, eine innovative Arbeitszeitpolitik und flexible Übergänge vom Erwerbsleben in den Ruhestand wichtig seien. Sowohl Thönnes als auch Jenter wiesen darauf hin, dass Deutschland hinsichtlich der Weiterbildung von Beschäftigten noch Nachholbedarf habe.
- Franz Thönnes MdB
Diskussionsrunde
Abschließend diskutierten Berin Arukaslan, Türkische Gemeinde in Deutschland, Dr. Harald Groth, Arbeiterwohlfahrt, Helga Walter, Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesseniorenvertretungen, die pflegepolitische Sprecherin Hilde Mattheis MdB und der kommunalpolitische Sprecher Bernd Scheelen MdB, über Konzepte für eine älter werdende und solidarische Gesellschaft. Die Kommunen sind dabei besonders gefragt: Ältere Menschen wollen in ihrem Quartier bleiben und dort auf Beratung, Hilfe und eine gute gesundheitliche Versorgung zurückgreifen. Die Pflegestützpunkte als wohnortnahe Anlaufstellen dürfen daher in keiner Kommune fehlen.