08.11.07 - 873
Institutionelle Förderung und Mittelerhöhung für das Abraham-Geiger-Kolleg
AG Haushalt
AG Inneres
Der Haushaltsausschuss hat auf Initiative der Abgeordneten Bettina Hagedorn einstimmig entschieden, die Förderung für die einzige Ausbildungsstätte für Rabbiner in Deutschland, das Abraham-Geiger-Kolleg, zu institutionalisieren und damit auf eine gesicherte Grundlage zu stellen. Bislang erhielt die Einrichtung, die seit dem Jahr 1999 an der Universität Potsdam angesiedelt ist, finanzielle Unterstützung in Form jährlicher Projektmittel.
Bereits im vergangenen Jahr konnte diese Fördersumme auf Initiative der SPD von ursprünglich vorgesehenen 77.000 Euro auf 150.000 Euro aufgestockt werden; in diesem Jahr gelang eine weitere Erhöhung auf 200.000 Euro. Dass diese Mittel nun in Form kontinuierlicher direkter Zuwendungen des Bundes fließen, ist ein deutliches Zeichen für die Wertschätzung, die das Abraham-Geiger-Kolleg nicht nur in der SPD-Bundestagsfraktion, sondern über alle Fraktionsgrenzen hinweg genießt.
Im September des vergangenen Jahres wurden in der Dresdener Synagoge die ersten drei Rabbiner ordiniert, die nach dem Ende des Nationalsozialismus ihre Ausbildung in Deutschland absolviert haben. In Deutschland wirkende Rabbiner wurden zuvor in den USA, England oder Israel ausgebildet. Seit seiner Gründung im Jahr 1999 hat das Kolleg sein Angebot darüber hinaus ausgeweitet auf die Ausbildung von Kantoren und Religionslehrern.
Um ein solch umfangreiches Ausbildungsangebot aufrechterhalten zu können, sprach sich der Haushaltsausschuss in den Beratungen für das kommende Jahr einmütig für die Umwandlung in eine institutionelle Förderung aus. Dies ist ein wichtiger Beitrag für die Planungssicherheit dieser herausragenden jüdischen Bildungseinrichtung und eine Anerkennung der dort geleisteten Arbeit.
Jüdisches Leben in unserem Land verdient nicht nur Unterstützung durch Worte, sondern auch durch Taten. Die heutige Entscheidung des Haushaltsausschusses bringt diese Haltung deutlich zum Ausdruck.