24.07.07 - 614
Gentechnik: Positivkennzeichnung bringt Fortschritt für den kritischen Verbraucher
Stellvertretender Fraktionsvorsitzender
Die künftig mögliche Positivkennzeichnung "ohne Gentechnik" von Mitteln des täglichen Bedarfs ist ein Fortschritt für den kritischen Verbraucher. Im Zusammenhang mit dem EU-Recht wollen wir eine positive Kennzeichnung immer dort, wo keine gentechnisch veränderten Organismen enthalten oder im Futtermittel eingesetzt worden sind. Damit machen wir die bisherige Regelung praktikabel und erhöhen die Transparenz im zu recht sensiblen Feld der Ernährung. Die Unterstützung durch praktisch alle Verbraucherschutz- und Umweltschutzverbände für diesen Vorschlag zeigt, dass wir richtig liegen.
Die Verbraucherinnen und Verbraucher können also in Zukunft bei Milch, Käse, Eiern und Fleisch durch Kauf von Produkten mit der Kennzeichnung "ohne Gentechnik" über den Einsatz von Grüner Gentechnik bestimmen. Wir schaffen damit einen Markt für gentechnikfreie Viehwirtschaft und Futtermittelanbau. Das ist ein Erfolg für den Verbraucherschutz.
Die Voraussetzungen für eine Kennzeichnung nach der Neuartigen-Lebensmittel-Verordnung als "ohne Gentechnik" sollen mit denen der EU-Ökoverordnung harmonisiert werden. Grundvoraussetzung ist die gentechnikfreie Fütterung und der Verzicht auf gentechnisch veränderte Bestandteile im Produkt selbst. Nur dann, wenn es keine gentechnikfreie Alternative bei Zusatzstoffen oder Tierarzneimitteln gibt, ist eine Kennzeichnung auch erlaubt. Damit setzen wir Anreize, Alternativen zu entwickeln, um doch wieder oder neue gentechnikfreie Komponenten in den Markt zu bringen. Wer dann die Kennzeichnung "ohne Gentechnik" weiter für seine Produkte nutzen will, muss entsprechend diese neuen Komponenten verwenden.