02.02.07 - 101
Grüne Gentechnik: Sicherheit geht vor
AG Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Anscheinend kann nicht oft genug wiederholt werden, dass Koexistenz keine Frage der Schwellenwerte ist. Wer argumentiert, dass beim Anbau von gentechnisch verändertem Mais ein Abstand von 50 Metern ausreiche, um bei möglichen Auskreuzungen unterhalb der für die Endprodukte von der EU vorgegebenen Kennzeichnungsschwelle von 0,9 Prozent zu bleiben, blendet die nachfolgenden Stufen der Produktionskette aus. Damit wird die Verunreinigungsproblematik in den Haftungsbereich verlagert.
Für uns geht es darum, Verunreinigungen der gentechnikfreien Produktion zu vermeiden. Deshalb fordern wir einen Sicherheitsabstand von 300 Metern. Vor dem Hintergrund dass zum Beispiel Luxemburg 800 Meter vorschreibt und der Durchschnitt der in anderen EU-Ländern bereits bestehenden oder konkret vorgesehenen Abstände über 230 Meter beträgt, befinden wir uns damit im guten Mittel.
Eine Überprüfung der Abstandsregelung kann dann vorgenommen werden, wenn über einen längeren Zeitraum die Erfahrungen aus der Praxis gesammelt und ausgewertet werden können, das heißt wenn regelmäßige Tests im Umfeld der Feldern mit gentechnischen Pflanzen eine verlässliche Datenbasis liefern. Die Kosten für solche Tests dürfen aber nicht dem gentechnikfreien Anbau aufgebürdet werden.
Unser Positionspapier finden Sie unter: http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_dok/0,,40199,00.html